Großbritannien sequenziert 100.000 Genome

Der National Health Service plant das bislang größte Forschungsprogramm seiner Art, das auch die britischen Wirtschaft voranbringen soll.

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Der staatliche britische Gesundheitsanbieter National Health Service (NHS) plant die bislang größte Genomsequenzierungsaktion ihrer Art. Die Gendaten von insgesamt 100.000 Patienten sollen vollständig erfasst werden. 100 Millionen Pfund soll das kosten, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Durchgeführt wird das Projekt von der im Juni gegründeten Firma Genomics England. Man wolle die Anwendung der Gen-Medizin für den NHS "transformieren", sagt Mark Caulfield, leitender Wissenschaftler von Genomics England.

So könnte die Sequenzierung von NHS-Patienten mit seltenen Krankheiten deren Familien helfen, den Ursprung der Erkrankungen aufzuspüren. Genomics England will außerdem Krebsgewebe sequenzieren, damit Ärzte neue, wirksamere Medikamente gegen bestimmte Tumorarten finden können. Außerdem könnte das Projekt Licht in die Medikamtentenresistenz von Bakterien und Viren zu bringen. "Wir hoffen, dass Ende 2017, wenn die 100.000 Genome sequenziert sind, der NHS in der Lage ist, die Daten zu nutzen", sagt Caulfield.

Die USA finanzieren bereits mehrere große Forschungsprojekte, die herausfinden sollen, wie sich die Gendaten medizinisch am besten verwerten lassen. China wiederum hat bereits 1999 das Beijing Genomics Institute gegründet, das sich zur produktivsten Einrichtung auf diesem Gebiet gemausert hat.

Das britische Projekt stellt diese Anstrengungen vom Umfang her allerdings in den Schatten. Mehr noch: Genomics England wird ab 2014 mit Sequenzierverfahren verschiedener kommerzieller Anbieter arbeiten, die kalifornische Firma Illumina beispielsweise ist mit ihren Standorten in England beteiligt. „Wir wollen damit den Wettbewerb im Markt stärken als ein Weg, die Preise so weit zu senken, dass die Technologie für alle verfügbar wird“, sagt Caulfield.

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(bsc)