Fast die Hälfte der Führungskräfte denkt über Jobwechsel nach

In den meisten Unternehmen dürfte sich das Personalkarussel demnächst wieder schneller drehen: Laut einer aktuellen Umfrage sind fast die Hälfte der Fach- und Führungskräfte wechselwillig.

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Von
  • Marzena Sicking

Die Stimmung unter den Fach- und Führungskräften ist derzeit nicht die beste: Jeder Dritte findet seine berufliche Situation verbesserungswürdig, weitere 15 Prozent bezeichnen sich als "unzufrieden" oder sogar "sehr unzufrieden". Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft, für die insgesamt 407 deutsche Fach- und Führungskräfte zu ihrer Arbeitszufriedenheit, Karrierewünschen und möglichen beruflichen Alternativen befragt wurden.

Ergebnis: Obwohl 78,3 Prozent der Teilnehmer die Wahl ihres Arbeitgebers nicht bereuen und sich nach heutigem Kenntnisstand sogar erneut für ihn entscheiden würden, können sich 48,8 Prozent zugleich sehr gut vorstellen, innerhalb der nächsten zwei Jahre ihren Job zu wechseln,weitere 27,6 Prozent beantworten diese Frage mit einem "vielleicht". Damit schließt die Mehrheit der Befragten einen Wechsel derzeit nicht aus. Jeder Fünfte würde für ein höheres Gehalt sowie mehr Gestaltungsspielraum gehen.

Was deutsche Fach- und Führungskräfte an ihrem Arbeitsplatz schätzen (21 Bilder)

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer momentanen beruflichen Situation?

(n = 405) (Bild: Akademie-Studie 2013)

Wenig überraschend: Mehr Geld und mehr Gestaltungsspielraum sind die Dinge, die sich die Befragten am häufigsten für ihren aktuellen Job wünschen würden (19,3 bzw. 15,6 Prozent). Doch es mangelt auch an anderen Stellen: "Ein kompetenterer Vorgesetzter" (14,6 Prozent) und "eine geringere Arbeitsbelastung" (14,3 Prozent) werden ebenfalls oft vermisst. Mehr Urlaub wünschen sich hingegen nur 2,2 Prozent. Die Option, weniger Geld und mehr Freizeit zu haben, ist für 62,8 Prozent unattraktiv.

Statt mehr Freizeit steht die Karriere bei der Mehrheit ganz oben auf der Prioritätenliste. Für 51,7 Prozent ist der berufliche Aufstieg "wichtig", für 14,4 Prozent sogar sehr wichtig. Für 44,1 Prozent bedeutet Karriere in der Praxis eine hohe Verantwortung zu tragen, jeder Fünfte denkt dabei eher an mehr Einfluss bzw. Macht und die Chance, sich selbst zu verwirklichen.

Um den beruflichen Aufstieg zu erreichen, setzt mehr als die Hälfte der Befragten nicht nur auf das eigene Können, sondern vor allem auf gute Kontakte und ein ausgebautes Netzwerk. Jeder Dritte achtet auf ein souveränes Auftreten, weil er glaubt, dass das am meisten weiterhilft. Allerdings sehen 51,2 Prozent die Karrierechancen beim aktuellen Arbeitgeber als "eher schlecht" an, 18,7 Prozent können ihre Chancen nur schwer einschätzen.

49,5 Prozent der Fach- und Führungskräfte hätten aber auch nichts dagegen, auf eine breite Karriere im Unternehmen zu verzichten und sich stattdessen als Spezialist zu profilieren. Trotzdem sollte die Stelle vergleichbar mit einer Führungsposition sein, denn die ist für mehr als 60 Prozent "wichtig" bzw. "sehr wichtig".

Ebenfalls interessant: Fast 60 Prozent der Befragten können sich einen grundlegenden beruflichen Richtungswechsel vorstellen. Als besonders attraktiv erscheinen ihnen dabei die Tourismus- und Freizeitbranche, der Sportbereich, sowie Consulting, Coaching und Training. ()