Obama-Regierung will US-Medizin digitalisieren
19 Milliarden Dollar im Konjunkturpaket des amerikanischen Präsidenten sind für die Einführung elektronischer Patientenakten vorgesehen.
Ärzte und IT-Spezialisten aus ganz Amerika bereiten sich derzeit fieberhaft darauf vor, das US-Gesundheitswesen umzukrempeln – mit insgesamt 19 Milliarden Dollar, die im gerade aufgelegten Konjunkturpaket des Präsidenten Barack Obama für die so genannte Digitalisierung der Medizin vorgesehen sind. Im Mittelpunkt steht dabei die Einführung elektronischer Patientenakten, der "electronic health records", kurz EHRs, berichtet Technology Review in einer aktuellen Analyse in seiner Online-Ausgabe.
Besonders kleinere Privatpraxen benötigen bei dem Mammutprojekt Unterstützung. Deren Wichtigkeit für die Patientenversorgung in dem Land kann nicht unterschätzt werden: Sie sorgen für bis zu 80 Prozent der US-Gesundheitsversorgung, und erst 20 Prozent haben sich bereits mit dem Thema beschäftigt.
Der Großteil der Konjunkturpaketgelder für den Medizinbereich, insgesamt 17 Milliarden Dollar, soll deshalb in Form von Anreizen für Ärzte und Krankenhäuser verteilt werden, auf EHRs und dazu passende elektronische Rezeptsysteme umzusteigen – sie werden dafür über die Versicherungssysteme Medicare und Medicaid Rückerstattungen erhalten. Ab 2011 werden Ärzte, die ihre Praxen digitalisieren, zwischen 40.000 und 60.000 Dollar erhalten können, Krankenhäuser sogar mit mehreren Millionen gefördert.
Firmen, die EHR-Systeme verkaufen, bereiten sich bereits auf ein boomendes Geschäft vor. "Wir beabsichtigen, in den nächsten Jahren aggressiv zu wachsen", sagt Girish Kumar Navani, Präsident und Mitbegrüder von eClinicalWorks, einer Technologiefirma aus Massachusetts, die Software und Support für bestehende EHR-Projekte in New York und Massachusetts lieferte. "Wir werden ein Büro in Kalifornien eröffnen und viele neue Leute einstellen."
Die gesamte Analyse zur Digitalisierung der US-Medizin auf Technology Review online:
(bsc)