KostengĂĽnstige Meerwasserentsalzung

US-Forscher wollen den Energiebedarf bei der Schaffung von Trinkwasser auf ein Zehntel reduzieren.

vorlesen Druckansicht 172 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

In vielen Teilen der Welt besteht nur ein eingeschränkter Zugriff auf sauberes Trinkwasser. Entsalzungsanlagen können zwar aus Meer- und Brackwasser genießbares Nass machen, benötigen jedoch große Mengen Elektrizität oder thermische Energie. Aus diesem Grund sind solche Anlagen in Entwicklungsländern wirtschaftlich oft schlicht nicht tragbar. Oasys, ein Spinoff der Yale University, will das nun ändern. Professor Menachem Elimelech und seine Masterstudenten Robert McGinnis und Jeffrey McCutcheon haben ein neuartiges Entsalzungsgerät entwickelt, das die notwendige Energie zur Reinigung auf ein Zehntel aktueller Technik beschränkt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Der typische Ansatz bei der Entsalzung setzt derzeit auf die so genannte Umkehrosmose – und allein dieser Markt soll in nächster Zeit mit zehn Prozent pro Jahr wachsen. Bei dem Prozess wird eine Flüssigkeit durch eine semipermeabel gehaltene Membran gepresst. Das geschieht entweder mit hydraulischem Druck oder durch thermische Verdampfung. Die dazu benötigten Energiemengen sind groß, weswegen inzwischen diverse Ideen kursieren, anders zu entsalzen. "Unsere Entwicklung wurde vor allem durch den Kern des Problems, die Energiekosten, getrieben", sagt Aaron Mandell, Chef von Oasys.

Die Umkehrosmose produziert Wasser aktuell zu Kosten zwischen 68 und 90 US-Cent pro Kubikmeter. Oasys schätzt, dass man beim Ansatz der Firma auf nur noch 37 bis 44 US-Cent heruntergehen könnte, sobald der Prozess hochskaliert ist. Das Start-up hat eine Pilotanlage gebaut, mit der die Technik an einem Kubikmeter Wasser pro Tag getestet werden kann. Derzeit bemüht sich die Firma laut Mandell um Risikokapitalmittel, mit denen dann Anlagen mit einer Kapazität zwischen 1000 und 10.000 Kubikmetern pro Tag geschaffen werden sollen. Kommerzielle Systeme sind allerdings noch wesentlich größer.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)