Schiff als Segel
Forscher haben ein sogenanntes Windschiff entwickelt, dessen Rumpf als Segelfläche dient.
Forscher aus Skandinavien haben ein sogenanntes Windschiff entwickelt, dessen Rumpf als Segelfläche dient, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Das Wasserfahrzeug, das bislang nur im Computer und als Modell existiert, sieht aus wie ein senkrecht aus dem Wasser ragender, gewaltiger Flugzeugflügel, oben abgeplattet und mit einer Kommandobrücke versehen. Mit 200 Metern Länge, einer Mittschiffsbreite von 34 Metern und einer Höhe von über 40 Metern hat es die Dimensionen eines großen sogenannten Roll-on-roll-off-Schiffs, in das Autos, Lastwagen und ganze Züge mit ihrer Ladung selbstständig ein und aus fahren.
Im Windtunnel der britischen Universität Cranfield erreichte die Modellversion im Frühjahr 2013 immerhin 14 Knoten. Das sind 26 Kilometer pro Stunde – ausschließlich angetrieben von einer ozeanüblichen steifen Brise. Eine enorme Geschwindigkeit für ein Segelschiff.
Ohne Maschine allerdings kommt das Windschiff dennoch nicht aus. Die ist nötig, damit es die Reisegeschwindigkeit erreicht und einen genügend starken scheinbaren Wind erzeugen kann. Einmal in Fahrt, ist Maschinenschub nur nötig, um auch bei leichter Brise oder Rückenwind ein konstantes Tempo zu halten. Im Schnitt kommt der Wind auf den Weltmeeren die Hälfte der Zeit aus einem Winkel von 17 bis 80 Grad, optimal für das Windschiff, egal welche Route der Kapitän einschlägt.
Der scheinbare Wind ist die Vektorsumme aus wahrem, meteorologischem Wind und Fahrtwind – und damit die Luftbewegung, die man an Bord eines Schiffes spürt. Drückt der Wind beispielsweise genau von hinten ins Segel einer Jacht, schiebt er das Boot. Dann setzt aber die Segelfläche dem Fahrtwind einen Widerstand entgegen, der scheinbare Wind nimmt ab – entsprechend langsam ist ein Segler unterwegs.
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(bsc)