Finanzierung im Mittelstand ist schwieriger geworden

Jedes dritte mittelständische Unternehmen bekommt die Finanzierung nicht, die es benötigt. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor.

vorlesen Druckansicht 20 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Marzena Sicking

Jeder dritte kleine oder mittelständische Betrieb (KMU) in der EU hatte in diesem Jahr mit Finanzierungsschwierigkeiten zu kämpfen. Für 15 Prozent der Firmen erwies sich der Zugang zu Finanzierungsquellen sogar als erhebliches Problem. In Deutschland berichten acht Prozent der Befragten von massiven Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Besonders häufig betroffen sind Firmen, die erst seit zwei bis fünf Jahren auf dem Markt agieren. Das geht aus der von der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank veröffentlichten Studie "Access to Finance" hervor.

Demnach haben sich die Bedingungen für eine Finanzierung von Projekten durch Banken in diesem Jahr erheblich verschlechtert. Die Zinsen waren im Vergleich zum Vorjahr höher, ebenso die Anforderungen an Sicherheiten und Bürgschaften. 13 Prozent der befragten Firmen berichten von abgelehnten Kreditanträgen, 16 Prozent der Unternehmen erhielten weniger Geld, als sie beantragt hatten. Zwei Prozent erhielten auf Anfrage zwar Angebote von der Bank, lehnten diese aber ab, weil die Bedingungen zu hart waren. Sieben Prozent der Befragten benötigen zwar eine Fremdfinanzierung, haben aber mangels geringer Erfolgsaussichten erst gar keine Anfrage bei ihrer Bank gestellt.

EU-Industriekommissar Antonio Tajani bezeichnete diese Ergebnisse als "unverhältnismäßig große Hindernisse“ beim Zugang zur Finanzierung und erinnerte bei dieser Gelegenheit an das COSME-Programm der EU-Kommission, das kleinen und mittelständischen Firmen bei der Finanzierung ihrer Projekte helfen soll. COSMEs Budget beläuft sich bis 2020 auf rund 2,3 Milliarden Euro und ermöglicht Bürgschaften für Kredite in Höhe von bis zu 150.000 Euro. Bis zu 350.000 Firmen in der EU sollen entsprechende Unterstützung erhalten. ()