Thorsten Holz: Jäger der Malware
Cyberkriminelle wollen Zugriff auf unsere mobilen Geräte. Thorsten Holz kennt ihre Tricks – und will die Analyse der neuen Schädlinge nun automatisieren
Cyberkriminelle wollen Zugriff auf unsere mobilen Geräte. Thorsten Holz kennt ihre Tricks – und will die Analyse der neuen Schädlinge nun automatisieren
Rund 18.000 Malware-Varianten für Android-Smartphones wurden allein im zweiten Quartal 2013 gezählt. In Thorsten Holz haben die kriminellen Urheber solcher Programme einen würdigen Gegner. Der 1981 in Trier geborene Holz leitet an der Ruhr-Universität Bochum den Lehrstuhl für Systemsicherheit. Täglich fangen seine Rechner Tausende solcher Schadprogramme auf. „Die kann man natürlich nicht alle einzeln untersuchen“, sagt er. Deshalb arbeitet er gemeinsam mit Partnern an Algorithmen zur automatischen Analyse. Das Team lässt derzeit rund 180 virtuelle Systeme rund um die Uhr Schadsoftware ausführen – etwa 70 000 bis 80 000 Programme können auf diese Weise täglich analysiert werden.
Die Methode soll eine neue Generation von Antiviren-Software hervorbringen, die im Gegensatz zur aktuellen auch mit unbekannten Schadprogrammen zurechtkommt. In der letzten Zeit lag der Fokus der Arbeit vor allem auf der Analyse von mobilen Apps. Dazu wurden die vorhandenen Techniken auf Betriebssysteme wie Android und iOS angepasst und erweitert.
(grh)