Lachs in der Kaffeemaschine

Nächste Woche habe ich frei. Ich werde die Zeit nutzen, mal wieder experimentell zu kochen. Ich muss nur noch die alte Kaffeemaschine wieder rauskramen, die irgendwo in der Abstellkammer vergraben ist.

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Nächste Woche habe ich frei. Ich werde die Zeit nutzen, mal wieder experimentell zu kochen. Ich muss nur noch die alte Kaffeemaschine wieder rauskramen, die irgendwo in der Abstellkammer vergraben ist.

Kein Scherz. Kochen mit der Kaffeemaschine ist in den USA offenbar total hipp. Ich meine, Essen kochen - nicht das koffeinhaltige Zeug, das diese Maschinen normalerweise unter asthmatischem Röcheln herauswürgen. Auch wenn die Kaffee-Nerds die Vorzüge von Brühkaffee leidenschaftlich diskutieren, lasse ich lieber die Finger von dem Zeug. Ist mir zu sauer. Deswegen habe ich, wie gesagt, die Maschine vor langer Zeit weggetuppert.

Nun hat aber das Kochblog „The Salt“ ein Rezept für ein komplettes Dinner am Start: Couscous mit Lachs und gedämpftem Gemüse. Gekocht auf einer handelsüblichen Filter-Kaffemaschine.

Das nenne ich mal kreativen Umgang mit Technik. Wer sich im harten Büro-Alltag stählen will, und keine Kantine hat, oder dem nomadischen Leben in Business-Hotels mal ein bisschen exotische Würze geben will, nutzt den Kaffee-Brüher als Universal-Gargerät.

Zugegeben, die Idee, mit diesen Dingern zu kochen, geistert schon länger durchs Netz und poppt immer mal wieder auf. Das Wasser hat angeblich eine Brühtemperatur von 92 Grad, was locker reicht, um die Eier im Filtereinsatz hart zu kochen. Aber bislang war die Auswahl der Rezepte noch recht klein. Aber das ändert sich grade. Es muss nicht immer Lachs sein. Eine schwedische Bloggerin beschreibt seit einiger Zeit, wie man Kürbissuppe, Apfelchutney und Katzenfutter auf der Kaffeemaschine zubereitet.

Ein bisschen skeptisch geworden bin ich allerdings bei dem kompletten Frühstück, das der Online Dienst The Chow empfiehlt. Das enthält auch gebackenen Käsetoast, der auf der Warmhalteplatte der Maschine zubereitet wird. Vermag ich kaum zu glauben. Die Bräunungsreaktion, die aus Kohlehydraten und Aminosäuren die leckeren Aromen zaubert, ohne die Toastbrot schmeckt wie Pappe, gehen erst bei 160 Grad los. Und so eine Warmhalteplatte hat angeblich grade mal gemessene 65 Grad Celsius. Das reicht zwar, um den Kaffee bitter und sauer werden zu lassen. Aber um zu toasten? Ich fürchte, da hilft nur ein Experiment. Wenn ich nur wüsste, wo ich die Maschine vergraben habe...

(wst)