Analyse: Die Konsolen probieren es nochmal

Mit PS4 und Xbox One sind zum Weihnachtsgeschäft bekanntlich nochmals neue klassische Videospielsysteme auf den Markt gekommen. Einige Beobachter glauben an ihre letzte Runde.

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Mit PS4 und Xbox One sind zum Weihnachtsgeschäft bekanntlich nochmals neue klassische Konsolen auf den Markt gekommen. Einige Beobachter glauben an ihre letzte Runde, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe in einer aktuellen Analyse – beide Geräte könnten den Anfang vom Ende dieses Marktes markieren.

Denn: Die Konsolen konkurrieren nicht mehr nur miteinander, sondern zunehmend mit Smartphones und anderen Spieleplattformen. Internetfähige Fernseher – Smart TVs – dürften das Problem noch verschärfen, wenn deren Hersteller Spiele und Apps mitliefern. Apple wird nachgesagt, den Markt bald mit einem eigenen Smart TV aufzumischen. Der Spielevertrieb Steam will mit einer eigenen Konsole für Großbild-Fernseher, der Steambox, seinerseits das Wohnzimmer erobern.

"Mit jedem neuen Modell wird die gesteigerte Leistungsfähigkeit unwichtiger. Der Sprung von der ersten Playstaition zur PS2 war riesig, der von der PS2 zur PS3 schon deutlich kleiner. Und jedes Mal verringern sich die Erträge weiter", sagt Martin Hollis, der für die epochale Konsole Nintendo 64 das Spiel "Goldeneye" schrieb. Hollis und viele andere aus der Branche erwarten, dass sich Gelegenheitsspieler von den Vorzügen der neuen Konsolen nicht beeindrucken lassen und bei ihren alten Geräten bleiben.

Eine Einschätzung, die Jack Tretton, Chef von Sony Computer Entertainment America, – natürlich – nicht teilen kann. Er glaubt, dass der traditionelle Konsolenmarkt weiter wächst, allen Cloud-Diensten zum Trotz. „Ich reite auf dieser Welle der ‚letzten Konsole’ seit, lassen Sie mich nachzählen, seit 27 Jahren“, sagt Tretton. Für ihn hat die Konsole immer ein Bedürfnis erfüllt: nämlich mit Freunden auf dem Sofa zu sitzen und gemeinsam auf einem großen Bildschirm Computerspiele zu spielen.

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(bsc)