Einfache Stromquelle für Afrika
Eine US-Firma will mit so genannten mikrobiellen Brennstoffzellen kleine Energieerzeuger in Dörfer ohne Stromerzeugung holen.
Mikrobielle Brennstoffzellen, bei denen Elektroden, die in biologischen Abfällen stecken, einen kleinen Motor antreiben, waren bislang kaum mehr als eine Showvorführung im Labor. Weil die dabei erzeugbare Energiemenge so gering ist, lohnt es sich nicht, die Technik beispielsweise zum Laden von Batterien zu verwenden. Das gilt jedenfalls für Regionen der Erde, in denen genügend Elektrizität anderweitig vorhanden ist. Lebone Solutions, ein soziales Start-up aus dem amerikanischen Cambridge, glaubt aber, dass sich die Technik in der Dritten Welt nutzen lässt, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. In Afrika, meint die Gruppe, sind in Regionen ohne Strom auch ein paar Stunden LED-Lampenlicht in der Nacht nützlich, um den Lebensstandard zu heben – oder die Möglichkeit, mit einem solchen Minigenerator ein Handy aufzuladen.
Mit einer Anschubfinanzierung des Harvard-Instituts für globale Gesundheit konnte Lebone vor Kurzem eine erste Pilotstudie in Tansania abschließen. Dort brachten Teammitglieder sechs einfache mikrobielle Brennstoffzellen mit und den Bewohnern mehrerer Dörfer bei, wie man sie verwendet. Außerdem wurden Treffen organisiert, in denen Lebone-Mitarbeiter der Bevölkerung zusammen mit örtlichen Helfern erklärten, wie man sich einen solchen Generator selbst bauen kann.
Das kam äußerst gut an: Die simpel zu nutzende Energiequelle wurde schnell zum Laden von Mobiltelefonen, Radios und für mehr Licht in den Dörfern genutzt. "In ärmeren Regionen Afrikas wollen die Leute vor allem kleine Gleichstromgeräte betreiben", meint Lebone-Mitbegründer Hugo Van Vuuren. Dort würden keine großen Wechselstrom-Kühlschränke betrieben. Das Team hofft, die Technologie weiterzuentwickeln, um sie schnell wettbewerbsfähig gegenüber anderen erneuerbaren Energiequellen zu machen. Mikrobielle Brennstoffzellen haben dabei einen entscheidenden Vorteil: Sie sind billiger zu bauen als eine Windmühle und leichter zu installieren als Solarzellen. Laut Lebone halten sie zudem bis zu zehn Jahre durch.
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(bsc)