Turbo fĂĽr Batterieladung

Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben ein Elektrodenmaterial fĂĽr Lithiumionen-Akkus entwickelt, das Energie zehnmal schneller aufnehmen oder abgeben kann als die schnellsten zurzeit existierenden Akkus.

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Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben ein Elektrodenmaterial für Lithiumionen-Akkus entwickelt, das Energie zehnmal schneller aufnehmen oder abgeben kann als die schnellsten zurzeit existierenden Akkus. Laut einem Online-Bericht in der US-Ausgabe der Zeitschrift Technology Review hat der Batteriehersteller A123-Systems – ebenfalls eine Ausgründung des MIT – das Material lizenziert. A123-System CEO Ric Fulop hält das Material prinzipiell sogar für geeignet, um es als Energiequelle für Laserwaffen zu verwenden – er legte allerdings Wert darauf zu betonen, dass A123Systems nicht an einer solchen Anwendung arbeite.

Details zu dem Material haben die Forscher um Gerbrand Ceder in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht: Demnach handelt es sich bei dem Material um Nanokügelchen aus Lithiumeisenphosphat, die mit einer dünnen Schicht aus Lithiumphosphat-Glas bedeckt sind. Die Wissenschaftler schätzen, dass eine Batterie mit diesem Material auf eine Leistungsdichte von 90 bis 170 kW/kg kommt – die besten Lithiumeisenphophat-Akkus liegen zurzeit bei etwa 4 kW/kg. Ein typischer Handy-Akku mit einer Kapazität von einer Wattstunde ließe sich, das richtige Ladegerät vorausgesetzt, damit in rund zehn Sekunden vollladen – ein Hybridakku mit 15 kWh in fünf Minuten. Wie bei allen Lithiumionen-Akkus erkauft man sich allerdings auch hier die große Leistungsdichte mit einer geringen Energiedichte. Die besten Akkus liegen hier bei rund 200 Wh/kg. (wst)