Telekom eröffnet den Interconnection-Poker

Mit einem Antrag auf Erhöhung der Interconnection-Gebühren für Gespräche ins Festnetz der Telekom eröffnet der Bonner Konzern den Regulierungsreigen um die genehmigungspflichtigen Tarife.

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Eines der verlässlichsten Rituale der Telekommunikationsbranche ist der Poker um staatlich regulierte Tarife, etwa für Netzzusammenschaltungen (Interconnection). Bestimmte Gebühren, die sich Netzbetreiber gegenseitig für die Vermittlung von Gesprächen in ihre Netze berechnen, werden in regelmäßigen Abständen den Marktverhältnissen neu angepasst. Sie müssen von der Regulierungsbehörde vorab genehmigt werden. Nun steht die Genehmigung neuer Interconnection-Tarife für Gespräche ins Festnetz der Telekom an. Der Bonner Konzern beantragte bei der Bundesnetzagentur eine Erhöhung um 10 Prozent.

Während das Gesprächsvolumen ingesamt zurückgehe, blieben die Kosten für das Netz nahezu gleich, gibt die Telekom an. Das müsse in den Tarifen berücksichtigt werden. "Eine flächendeckende Netzinfrastruktur vorzuhalten, hat einen Preis. Und die Kosten dafür kann die Deutsche Telekom nicht alleine tragen", begründete Telekom-Vorstand Timotheus Höttges laut dpa am heutigen Freitag in Bonn die beantragte Gebührenerhöhung.

Mit dem Wunsch nach höheren Tarifen waren die Bonner auch in die vorige Verhandlungsrunde gestartet; im April 2006 hatte die Bundesnetzagentur die Gebühren schließlich um durchschnittlich 10 Prozent gesenkt. Diese aktuell geltenden Interconnection-Tarife sind noch bis Ende November genehmigt. Den neuen Antrag der Telekom will die Regulierungsbehörde nun prüfen und sich dann dazu äußern. In einem Anhörungsverfahren werden dazu auch die Wettbewerber gehört. (vbr)