CES: Besuchertransport

Die Verkehrsverhältnisse in Las Vegas unterscheiden sich kaum von denen in anderen Großstädten: Während einer großen Messe wird es voll. Die Stadtverwaltung tut jedoch einiges, um den heranströmenden Messebesuchern die Anfahrt zu erleichtern.

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 6 Min.
Inhaltsverzeichnis

Der Doppeldecker-Bus "The Deuce" wird vor allem von Touristen genutzt.

Für Messebesucher stehen kostenlose Shuttle-Busse zur Verfügung, die zu Messezeiten zwischen 7:30 und 18:30 Uhr beziehungsweise 16:30 Uhr (am letzten Messetag) das Las Vegas Convention Center (LVCC) auf neun Linien mit den wichtigsten Hotels der Stadt verbinden. Diese Busse verkehren in der Regel im 20-Minuten-Takt. Daneben gibt es einen "Venetian Express" (Linie 11), der alle 10 Minuten zwischen dem LVCC und dem Venetian Hotel verkehrt.

Für alle Shuttle-Busse gilt, dass die Benutzung nur möglich ist, wenn man seinen Messeausweis beim Einstieg deutlich sichtbar bei sich trägt. Zudem sollte man auf keinen Fall den Andrang unterschätzen, der vor allem in den Morgen- und späten Nachmittagsstunden zu längeren Wartezeiten führen kann. Wer an einer um 8 Uhr morgens beginnenden Veranstaltung teilnehmen möchte, weicht daher besser auf ein anderes Transportmittel aus. Dies gilt auch, wenn man in den späten Nachmittagsstunden vom LVCC zum Strip eilen muss, um dort noch einen Termin wahrzunehmen. Aufgrund des allgemein erhöhten Verkehrsaufkommens (siehe den folgenden Abschnitt) dauerte eine frühabendliche Busfahrt vom LVCC zum Sands statt der gewöhnlichen 10 bei einer der vergangenen Veranstaltungen schon einmal 50 Minuten.

In Erwartung der Besuchermassen verteilt die Stadt Las Vegas zusätzliche Taxilizenzen für die Zeit der CES. Man merkt allerdings schnell, dass diese Aufstockung bei weitem nicht ausreicht: Eine Stunde Wartezeit am Morgen vor Hotels am Südende des Strips sind ebensowenig eine Seltenheit wie lange Warteschlangen am Ausgang des LVCC am Abend.

Auch bezüglich der Fahrtzeiten und der damit verbundenen Kosten sollte man sich keinen Illusionen hingeben: Unzählige Shuttle- und Reisebusse (von Firmen angemietet und teilweise lediglich mit 10 ausgewählten Fahrgästen besetzt) sowie Limousinen sorgen vor allem während der ersten drei Messetage für ein allabendliches Verkehrchaos, in dem man mit dem Taxi auch nicht schneller vorankommt als mit dem Shuttle-Bus.

Vor allem Besucher, die weiter entfernt vom Convention Center nächtigen, dürften auf die Idee kommen, sich ein Auto zu mieten und damit zur Messe zu fahren. Bei diesem Plan sollte man vor allem zwei Dinge beachten: Zum einen sind die Parkflächen rund um das LVCC extrem begrenzt, zum anderen liegen die Parkgebühren bei mindestens 10 US-Dollar pro Tag. Wer seinen Wagen auf einem Parkplatz direkt gegenüber dem zentralen Eingang des LVCC abstellen möchte, zahlt dafür sogar 25 US-Dollar pro Tag.

Die Einschienenbahn Las Vegas Monorail führt auf schnellem Weg am Strip entlang.

Die Einschienenbahn Las Vegas Monorail führt auf schnellem Weg am Strip entlang. Seit 2004 verbindet die Einschienenbahn Las Vegas Monorail das LVCC mit dem Las Vegas Boulevard ("The Strip"). Den südlichen Endpunkt der insgesamt gerade einmal sieben Haltestellen umfassenden Strecke bildet die Station im MGM Grand Hotel, den nördlichen die Station am ehemaligen Sahara Hotel. Diese Station wird auch nach der Schließung der Herberge weiter angefahren. Seit etlichen jahren sind zwar Streckenerweiterungen geplant (unter anderem bis zum Flughafen von Las Vegas), bis heute müssen Messebesucher mit einem Hotel im alten Stadtzentrum (Downtown) jedoch zwangsläufig auf andere Verkehrsmittel ausweichen.

Für eine einzelne Fahrt müssen CES-Besucher 5 US-Dollar investieren. Alternativ bieten die Betreiber auch Zeitfahrscheine an: Ein Ticket für einen Tag kostet 12 US-Dollar, für drei aufeinanderfolgende Tage 28 US-Dollar. Für Messegäste, die in einem der Hotels auf dem südlichen oder mittleren Las Vegas Boulevard untergebracht sind, ist die Monorail prinzipiell eine gute Alternative zu den CES-Shuttle-Bussen und den (teureren) Taxifahrten. So benötigt man für die Fahrt vom Bally's zum LVCC mit der Einschienenbahn nur 10 statt 20 Minuten. Allerdings ist dies nur die Netto-Fahrzeit, nicht immer wird die Monorail dem Fahrgastansturm gerecht. Somit muss man auch hier zur "CES Rush Hour" längere Wartezeiten einplanen.

Den ganzen Strip entlang bis nach Downtown verkehrt rund um die Uhr der Doppeldeckerbus "The Deuce". Da der Doppeldecker auch von Touristen benutzt wird, steigen hier vor allem am Nachmittag und in den Abendstunden gewöhnlich viele Personen ein und aus, was die Fahrtzeit arg verlängert. Wesentlich empfehlenswerter ist daher die Express-Linie "Strip & Downtown Express" (SDX), deren Busse einerseits nur an sieben Stationen auf dem Strip anhalten und die andererseits direkt am Las Vegas Convention Center vorbeiführt. Der Fahrpreis entspricht denen des Deuce; mit einem Ticket kann man beide Linien nutzen. Allerdings ist hier bei der Express-Linie zu beachten, dass die Fahrkarte schon vor Fahrtantritt gelöst werden muss; im Bus selbst erhält man keine Tickets mehr. An den Haltestellen der Express-Linie wurden daher Automaten aufgestellt, aus denen man sich die Fahrkarten ziehen kann.

Früher konnte man für 3 US-Dollar eine Karte für eine Fahrt lösen. Seit Ende September 2012 gibt es jedoch nur noch Zeitkarten: Ein 2 Stunden gültiges Ticket für 6 US-Dollar lohnt sich aber kaum, da man eine Tageskarte für 8 US-Dollar bekommt. Ein 3-Tage-Ticket kostet 20 US-Dollar, die nächste Stufe ist eine 30-Tage-Karte für 65 US-Dollar. Besucher, die in einem Hotel direkt am Strip wohnen, können sich überlegen, ob sie nicht den öffentlichen Bus bis zum Convention Center Drive nehmen und die letzte halbe Meile bis zum Convention Center zu Fuß zurücklegen.

Besucher der CES, die im Hotel "Circus Circus" einquartiert sind, ist ein Fußmarsch zum LVCC zu empfehlen, der etwa 15 Minuten dauert – zumal sich die Haltestelle für den Shuttle-Bus hinter dem Hotel befindet, wo man auch erst einmal hingelangen muss. (nij)