Microsoft bereitet Offensive im Online- und Endkundengeschäft vor

Der neu geschaffene Geschäftsbereich "Consumer and Online International" soll mit neuen Produkten, Services und Vertriebsinitiativen wieder mehr private Verbraucher für die Angebote von Microsoft gewinnen.

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Während Microsoft vor allem mit Software+Service (SaaS) sowie dem Thema Virtualisierung Akzente im Geschäftskundensegment setzt, soll sich die neu geschaffene Organisation Consumer and Online International (COI) gezielter um private Konsumenten kümmern. Microsoft will mit neuen Produkten, neuen Services und konzertierten Vertriebsinitiativen den Fokus wieder auf das Privatkunden- und Online-Geschäft richten, verkündete Deutschland-Chef Achim Berg im Rahmen der Partnerkonferenz des Herstellers Anfang September 2008.

In COI bündelt Microsoft die Bereiche Consumer Software, Mobile und Online Services sowie die Werbevermarktung. Die Verantwortung für den Geschäftsbereich hierzulande hatte bereits zum 1. Juli 2008 Dorothee Ritz übernommen, die zuvor schon für das Online-Geschäft zuständig war. Nach der gescheiterten Übernahme von Yahoo war der letzte große Coup zur Stärkung der Sparte der Kauf des Verbraucherportals Ciao. Microsoft hofft in diesem Zusammenhang auf eine gestärkte Marktposition beim lukrativen Werbegeschäft, das an Such- und Shopping-Angebote im Internet gekoppelt ist.

Unter dem Motto "mehr End-to-End-Erfahrung" will der Hersteller seinen Kunden in allen Bereichen des täglichen Lebens die passenden Lösungen unterbreiten, betonte Berg – ohne jedoch Details der geplanten Kampagnen vorwegzunehmen. Konkrete Informationen und Ankündigungen sollen in den nächsten Wochen folgen. Verbraucher dürfen jedoch mit zahlreichen neuen Hard- und Software-Produkten rechnen. Einen Vorgeschmack gewährte der Hersteller ebenfalls schon Anfang September bei der Ankündigung neuer Mäuse, Tastaturen und Webcams. Über neue Shop-in-Shop-Konzepte im Einzelhandel soll zudem der Absatz angekurbelt werden, ließ Berg durchblicken.

Das Bindeglied zwischen lokalen Rechnern, mobilen Geräten und dem Internet soll Live Mesh werden – ein Vernetzungsdienst ähnlich wie Apples MobileMe-Service. Per Windows-Live-ID soll Live Mesh Kunden einen zentralen Datenspeicher im Web erschließen, der universellen Zugang und grenzenlose Synchronisation aller Informationen verspricht – vom PC, Smartphone oder auch anderen Consumer-Produkten aus. Hier sieht der Microsoft-Chef aber auch die Verschmelzung von privater und geschäftlicher Internetnutzung, denn von der allgegenwärtigen Verfügbarkeit individueller Informationen im Web profitieren Endkunden genauso wie Unternehmen, ist Berg überzeugt. (map)