Mobile Tastatur zum Festhalten
Die Trew-Grip-Tastatur ist ein gewagter Ansatz, um schneller Texte in Handys oder Tablets einzugeben. Mit 250 Dollar ist sie auch nicht billig.
Die "Trew Grip"-Tastatur aus Ohio ist ein schräger Vogel: Sie ist deutlich größer als das damit bediente Smartphone oder Tablet, welches in der Mitte klemmt. Der Benutzer sieht die Tasten nicht. Und er muss die Tastatur stets mit beiden Händen festhalten. Ein eingebautes Gyroskop fungiert als "Maus", und Bluetooth verbindet das Eingabegerät mit Handy oder Smartphone.
Trew Grip ist eine Art gebogenes Brett, in dessen Mitte eine Ausbuchtung Platz für ein Smartphone oder Tablet bietet. Links und rechts davon sind Tasten angebracht, unter denen sich LEDs verbergen. Am linken und rechten Rand ist Platz für den jeweiligen Handballen samt Daumen und je zwei Knöpfe: Tabulator und Eingabe beziehungsweise Zurück und Leertaste. Die übrigen Tasten finden sich auf der Rückseite des Bretts. Die vier Finger jeder Hand können jeweils 24 Tasten drücken, die um 90 Grad gedreht sind. Die Anordnung erinnert an eine Ziehharmonika – bloß dass nichts gezogen wird.
Die linke Hand nutzt dabei die linke Hälfte der Zahlenreihe und der drei Buchstabenreihen, wie sie von herkömmlichen QWERT-Tastaturen bekannt sind. Von oben nach unten gesehen kann man TREWQ lesen – daher wohl der Name. Trew Grip ist aber auch ein englisches Wortspiel, das auf sehr guten Halt oder Griff hindeutet.
Die rechte Hand – logisch – hat die rechte Tastaturhälfte zur Verfügung. Für die noch nicht ganz blind schreibenden Nutzer leuchtet bei jedem Anschlag das zugehörige Zeichen auf der Vorderseite auf. Der Hersteller TREWGrip LLC hofft auf ein fertiges Produkt im dritten oder vierten Quartal. Erfinder Mark Parker empfiehlt aber jedem Kunden acht bis zehn Stunden Training, um 90 Prozent ihres Schreibtempos auf einer normalen QWERT-Tastatur zu erreichen.
Eine im Sommer aufgesetzte Kickstarter-Kampagneverlief erfolglos. Trotzdem arbeitet das Unternehmen weiter und hofft auf ein fertiges Produkt im dritten oder vierten Quartal 2014. Die Produktion gestaltet sich schwieriger als geplant. Grund soll die gebogene Form sein.
Der voraussichtliche Preis von 250 US-Dollar (184 Euro) dürfte wohl dafür sorgen, dass der Weihnachtsmann nur wenige Trew Grips unter die Christbäume legt. Bei größeren Produktionsmengen würde der Preis allerdings sinken. (jkj)