Räumliche Darstellung kleinster Strukturen

US-Forscher nutzen neuartige Beleuchtungs- und Messverfahren, um dreidimensional in Zellen hineinzusehen.

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Wissenschaftler an mehreren Labors arbeiten derzeit an neuen hochauflösenden bildgebenden 3D-Verfahren, die in Bereiche vordringen, die noch vor wenigen Jahren nicht darstellbar waren. Sie überschreiten damit erstmals Sichtbarkeitsgrenzen, die bislang durch die Wellenlänge des Lichtes gesetzt wurden, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Forscher am Janelia Farm Research Campus des Howard Hughes Medical Institute erläuterten kürzlich erste Details zu einer Technik, die sich interferometrische fotoaktivierte Lokalisierungsmikroskopie nennt – kurz iPALM. Sie erlaubt die Schaffung dreidimensionaler Bilder von Strukturen innerhalb einer Zelle mit der bislang höchsten Auflösung eines optischen Mikroskops. Dazu nutzen die Forscher neben fluoreszierenden Molekülen, die sich an- und ausschalten lassen und gleichsam als Lichtspots dienen, auch das Interferenzmessverfahren, eine Technik, mit der in mikroskopisch kleinen Bereichen Winkel und Distanzen berechnet werden können.

Die Herausforderung auf dem Gebiet besteht nun darin, die Fortschritte im Bereich der Auflösung auch auf Echtzeitbilder lebender Zellen zu übertragen. Gleb Shtengel, Experte auf dem Forschungsgebiet, räumt ein, dass die Aufnahme der räumlichen Bilder zu lange dauert, um schnell ablaufende Zellereignisse zu erfassen. "Mit einer Erweiterung von iPALM dürfe es aber durchaus möglich sein, langsamere Vorgänge in lebenden Zellen zu beobachten. Das planen wir."

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(bsc)