CES

Yahoo mistet Nachrichten und Homescreens aus

Ausgehend von der Annahme, dass zu lange Texte sowieso nicht gelesen werden, will Yahoo künftig zwei Zusammenfassungen aktueller Nachrichten anbieten. Aufgeräumte Homescreens sollen wiederum Smartphone-User schneller zu den gewünschten Infos führen.

vorlesen Druckansicht 11 Kommentare lesen
Lesezeit: 3 Min.

"Mobile First": Die Zukunft von Yahoo hängt nach davon ab, wie sich das Unternehmen in den kommenden Jahren auf Mobilgeräten schlagen wird. Mit dieser klaren Aussage eröffnete Yahoo-Chefin Marissa Mayer ihre CES-Keynote. Immerhin würde nach Hochrechnungen die Zahl der Mobilgeräte weiter steigen.

Doch wie kann man dafür sorgen, dass Smartphone- und Tablet-Nutzer auf Yahoo zurückgreifen? Mayer ist davon überzeugt, dass eine Antwort im Motto "tl;dr - too long, didn't read" verborgen liegt. Unterstützt wird sie in dieser Ansicht von Yahoos "Global News Anchor" Katie Couric, deren Meinung nach der "virtuelle Tsunami an Informationen" dafür sorgt, dass lange Texte einfach nicht mehr gelesen würden.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer setzt voll auf die Aufbereitung von Informationen zur leichteren Verdauung.

(Bild: Nico Jurran / heise online)

Also wird Yahoo künftig zweimal täglich (morgens und abends, zunächst nur in den USA) über seinen neuen Dienst "Yahoo! News Digest" (mit einer App für iOS, über eine Android-Version denke man nach) die aktuellen wichtigsten Nachrichten der letzten Stunden zusammenfassen und als leicht verdauliche Happen aufbereiten. Bei der Demonstration stammten die ausgewählten fünf Topnachrichten aus den Bereichen Welt, Politik, US-Nachrichten und zweimal Sport.

Die Vorauswahl trifft dabei laut Entwickler ein Algorithmus, die eigentlichen Artikel setzt aber in der Regel eine Redaktion aus mehreren Quellen zusammen – am Ende des jeweligen Textes angereichert mit (interaktiven) Karten und Infografiken, sowie Bildern und Wikipedia-Einträgen. Auch Videos würden eingebunden.

Zu den großen Vorzügen von Yahoo! News Digest gehöre nach Angaben von Projektleiter Nick D'Aloisio, dass der Nutzer tatsächlich angezeigt bekomme, welche Nachrichtenmenge er bereits verdaut habe. Befriedigenderweise erhielte man eine "100 Prozent"-Anzeige, wenn man alle von Yahoo zusammengetragenen Topmeldungen gelesen habe. Wer möchte, kann sich aber auch die Themen anschauen, die es nicht in die Auswahl geschafft haben.

Laut Analysen werden Tablets stärker als Smartphones am Abend genutzt - eben etwa zum Surfen auf der Couch. Das will Yahoo - wie auch immer - bei der Datenaufbereitung berücksichtigen

(Bild: Nico Jurran / heise online)

Homescreens

Doch nicht nur bei den Nachrichten will Yahoo ausmisten, auch die Homescreens von Android-Smartphones sollen nach den Vorstellungen von Yahoo künftig aufgeräumter aussehen. In Las Vegas gab Marissa Mayer dazu bekannt, dass Yahoo das Unternehmen Aviate erworben hat.

Die Software hilft dem Anwender beispielsweise, verschiedene Apps in unterschiedliche thematische Bereiche zu verfrachten. Diese lassen sich dann bei Bedarf ansteuern – oder werden etwa abhängig vom aktuellen Aufenthaltsort des Nutzers automatisch in den Vordergrund geholt. Mayer nannte als Beispiel, dass etwa eim Betreten des Sportstudios Fitness-Apps auf dem Homescreen erscheinen. Aviate könne zudem automatisch auf wiederkehrende Verhaltensmuster des Users reagieren.

Schließlich sprach Marissa Mayer auch davon, wie wichtig es sei, die Inbox des Mail-Clients zu sortieren – blieb aber letztlich konkrete Lösungen schuldig. (nij)