Transmeta strebt Verkauf des Unternehmens an
Zum Wohle der Aktionäre sucht der Chipdesigner nach einem Übernahmeinteressenten für die gesamte Firma. Im Zuge einer Einigung mit Intel fließen Transmeta zudem einmalig rund 90 Millionen US-Dollar zu.
Die Führungsriege des Chipdesigners Transmeta will alle strategischen Optionen ausloten, einen Übernahmeinteressenten für die gesamte Firma zu finden. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens hervor. Dabei habe Transmeta primär das Wohl der Aktionäre im Sinn. Erst am Anfang dieses Jahres hatte der Hersteller Ärger mit einem Großaktionär, der sich unzufrieden zeigte über den Ausgang der Patentstreitigkeiten zwischen Intel und Transmeta.
Obwohl der Chipdesigner eine Einmalzahlung von 150 Millionen US-Dollar sowie bis 2013 jährliche Zahlungen von 20 Millionen US-Dollar mit Intel vereinbarte, warf Großaktionär Riley Investment Management LLC der Transmeta-Führung unter anderem Missmanagement und die Verletzung der Fürsorgepflicht vor. Darüber hinaus unterbreitete Riley den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot.
Nun gab Transmeta bekannt, mit Intel eine Nachbesserung der Vereinbarungen im Zusammenhang mit dem Patentstreit getroffen zu haben. Im Zuge dieser Ergänzung erwartet der Chipdesigner noch vor Ende des laufendes Geschäftsquartals am 30. September eine weitere Zahlung von Intel in Höhe von 91,5 Millionen US-Dollar – anstelle der ursprünglich geplanten Ratenzahlung über fünf Jahre. Im Rahmen eines weiteren nicht-exklusiven Abkommens mit Intel gewährt Transmeta dem Chipgiganten die Verwertung von Lizenzen für verschiedene – nicht näher spezifizierte – Techniken.
Neben Intel zählen außerdem AMD, Nvidia und NEC zu den Investoren beziehungsweise Lizenznehmern von Transmeta. Grafikchiphersteller Nvidia hatte erst im August 2008 Rechte für die Nutzung von Verfahren zur Stromeinsparung erworben. Trotz zuletzt reduzierter Verluste laufen die Geschäfte von Transmeta wenig zufriedenstellend, denn der Umsatz brach im zweiten Geschäftsquartal von 9,3 Millionen US-Dollar 2007 auf nur noch 171.000 US-Dollar ein. Auch der auf sparsame Prozessoren spezialisierte Transmeta-Ableger Montalvo Systems wurde inzwischen bereits von Sun Microsystems übernommen. (map)