Panoramafotos mit Ballkameras
Mit Panono und Bublcam sollen sich besonders einfach Rundumaufnahmen erstellen lassen.
Mit Panono und Bublcam sollen sich besonders einfach Rundumaufnahmen erstellen lassen.
Das Anfertigen von 360-Grad-Panoramabildern ist nicht ganz leicht. Will man sie schrittweise per Smartphone oder regulärer Fotokamera erstellen, benötigt man eine ruhige Hand, um ausreichend gute Einzelbilder zu erzielen, die dann per Software zusammengesetzt werden. Alternativ kann man sich ein Spezialobjektiv gönnen, mit dem Aufnahmen mit einer Auslösung gelingen sollen – doch die sind weder billig noch unkompliziert.
Gleich zwei junge Firmen versuchen deshalb gerade, das Erstellen von Panoramafotos zu revolutionieren, in dem sie eine eigene Hardware anbieten. Sowohl das Berliner Start-up Panono als auch das kanadische Unternehmen Bubl Technology setzen auf ballförmige Geräte mit zahlreichen Bildsensoren – bei der sogenannten Bublcam sind es vier mit einem Aufnahmewinkel von jeweils 190 Grad, bei der Panono-Kamera gar 36 einzelne.
(Bild:Â Hersteller)
Die Bublcam, die im Rahmen eines Crowdsourcing-Projekts für knapp 270 Euro angeboten wird, kann Fotos mit bis zu 14 Megapixel Auflösung und Videos in Full-HD (1080p) aufzeichnen. Dazu wird die Kamera entweder auf einem Stativ montiert oder vom Benutzer schlicht in die Luft gehalten, ohne die Objektive zu verdecken. Aufnahmen lassen sich anschließend im Internet teilen. Die Software ist kompatibel zu Smartphones (Android, Apple) und Rechnern. Gespeichert wird entweder auf einem eingelegten Micro-SD-Kärtchen oder die Bilder werden sofort per WLAN an ein externes Gerät gegeben. So soll es auch möglich sein, Live-Video-Streaming anzubieten.
Die Panono verspricht wiederum eine noch höhere Auflösung: Aus 36 Einzelbildern von 36 Bildsensoren werden 108 Megapixel große Einzelbildaufnahmen. Diese können dann ebenfalls online betrachtet werden, dabei kann sich der Benutzer, wie man es etwa vom Kartendienst Streetview kennt, frei um eine Achse drehen. Zur Aufnahme muss man die Panono einfach in die Luft werfen, ein Beschleunigungssensor löst automatisch aus. Auch dieses Projekt wurde anfänglich von interessierten Nutzern co-finanziert. Die Kamera wird 550 Euro plus Versand kosten, eine Vorbestellung ist bereits möglich. Im Handel sollen später 600 Euro fällig werden.
(Bild:Â Panono)
In einem ersten Hand-on-Versuch mit einem Prototypsystem von Panono, den Heise Foto durchführte, zeigten sich die Qualitäten des Systems. Die erzielbaren Aufnahmen waren interessant, die Software sehenswert. Das Problem: Bisher seien die begehbaren Panorama-Fotos kaum mehr als "eine wirklich witzige und vor allem lebendige" Spielerei.
"Doch wer ist bereit, dafür eine eigene Kamera anzuschaffen, die nur das kann?", fragten sich die Redakteure. Entwickler Jonas Pfeil wiegelt ab – und setzt auch auf professionelle Anwender wie Makler, Bau-Unternehmen und Hochzeitsfotografen. "Die meisten Anfragen zur Kamera kommen aber von Consumern", so der Panono-Mann. gegenüber Heise Foto.
(Bild:Â Hersteller)
Bublecam und Panono sind nicht die einzigen Anbieter spezieller Panoramakameras. So verkauft der japanische Konzern Ricoh, bekannt vor allem durch seine Kopiergeräte, mit der Theta ein Gerät in einer etwas anderen Bauweise – es handelt sich um keine Kugeln, sondern einen Stab mit integrierter Rundumoptik. Zwei Fischaugenlinsen vorne und hinten samt Spiegelsystem lenken das Licht hier auf den Bildsensor.
Die Theta-Kamera wird vom Nutzer in die Höhe gehalten und kann mit einer Auslösung einen Blickwinkel von 360 mal 180 Grad erfassen. Die Auflösung beträgt 1000 mal 2000 Bildpunkte, das Foto lässt sich später auf Apple- und Android-Smartphones betrachten und nachbearbeiten, auf dem PC ist sie zum 3D-Bilderdienst Photosynth von Microsoft kompatibel. Der Preis des Geräts liegt zwischen Panono und Bublecam: Knapp 400 Euro werden fällig. (bsc)