Saudi-Arabien plant eigenen Supercomputer

In Zusammenarbeit mit IBM soll an der im Aufbau befindlichen König-Abdullah-Universität ein BlueGene/P-Cluster mit 222 Teraflops Rechenleistung entstehen.

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Der US-amerikanische IT-Konzern IBM und die staatliche King Abdullah University of Science and Technology (KAUST), die ab September 2009 den Regelbetrieb aufnehmen soll, haben den Bau eines Supercomputers angekĂĽndigt. Das System mit den Namen Shaheen, benannt nach dem arabischen Wort fĂĽr den ĂĽber 300 Kilometer pro Stunde schnellen Wanderfalken, soll in der ersten Ausbaustufe aus 16 BlueGene/P-Racks mit insgesamt 65536 Prozessorkernen bestehen und eine Rechenleistung von 222 Billionen Gleitkommaoperationen pro Sekunde (Teraflops) erreichen. Damit wĂĽrde es auf Rang sechs der momentanen Top500-Liste der Supercomputer liegen.

Zunächst baut IBM das Shaheen-System am Thomas-J.-Watson-Forschungslabor in Yorktown Heights (US-Bundesstaat New York) auf und stellt die Rechenkapazität weltweit Partnern, wie dem MIT, dem London Imperial College oder der Hong Kong University of Science and Technology, zur Verfügung. Nach derzeitiger Planung soll das KAUST/IBM Center for Deep Computing Research dann im Sommer kommenden Jahres zur derzeit im Aufbau befindlichen, etwa 80 Kilometer außerhalb von Dschidda gelegenen König-Abdullah-Universität umziehen.

Neben universitären Forschungszwecken plant Saudi-Arabien, den Supercomputer mit 1,9 Petabyte Speicherkapazität auch für die Auswertung geologischer Daten und damit zur Suche nach Öllagerstätten einzusetzen. Mittelfristig ist ein Ausbau auf über ein Petaflop Leistung angedacht; mit Raum für bis zu 500 Racks steht ausreichend Platz für Erweiterungen im Rechenzentrum der neuen Universität zur Verfügung. (chh)