New York will zum "Solarstaat" werden
Sonnenstrom-Unternehmen sollen die sich zurĂĽckziehende Chip-Branche ersetzen, hofft die Regierung der US-Region.
Staatlich geförderte Solarsilizium-Herstellung mit Wasserkraft, Ansiedlung einer Solarzellenfirma aus Ungarn, Fertigung holografischer Konzentratoren für effizientere Photovoltaik-Anlagen für den Export nach Europa, Solartechnik-Forschungsprogramme beim Computerriesen IBM: All diese Initiativen aus dem Sonnenstromsegment sollen den US-Bundesstaat New York künftig zu einem Zentrum für Solartechnik machen. Die Region nördlich der Millionenstadt New York City will ihren dramatischen Rückstand in dem Technologiebereich aufholen und setzt dabei auf ihre Expertise und bestehende Milliarden-Investitionen in die Halbleiterfertigung und Nanotechnologie-Forschung, berichtet die Online-Ausgabe des Technologiemagazins Technology Review in einer aktuellen Analyse des US-Solarmarkts.
Bislang ist New York mit gerade einmal zwölf Megawatt installierter Photovoltaik-Leistung (PV) weit abgeschlagen hinter Kalifornien und selbst seinem Nachbarstaat New Jersey unterlegen. Unternehmer und Wissenschaftler zwischen New York City und der Hauptstadt Albany wollen deshalb im kommenden Jahrzehnt mindestens zwei Gigawatt aus Sonnenenergie erzeugen, was dem Doppelten aller 2006 in Deutschland installierten Photovoltaik-Anlagen entspricht.
So sieht es zumindest die 2007 vorgestellte Solar-Roadmap des Staates vor, an der große Halbleiterhersteller, junge Energiefirmen und diverse Universitäten mitgearbeitet haben. Laut Plan sollen Solarfertigung, Installation und Erzeugung in New York für rund 32.000 neue Arbeitsplätze sorgen und damit dem PV-Anführer Kalifornien die Stirn bieten. An der Westküste des Landes befinden sich derzeit rund drei Viertel aller Solaranlagen der USA.
"Solartechnik in New York besitzt erhebliches Potential, um in den nächsten drei bis fünf Jahren einen großen Nachfrageschub auszulösen, wenn sich die überhitzten Märkte in Europe – insbesondere Deutschland und Spanien – etwas abkühlen", sagte Pradeep Haldar, Professor für Nanotechnologie und Direktor des Zentrums für angewandte Energie- und Umwelttechnologie (E2TAC) an der Universität in Albany.
Bislang fehlt es der Region allerdings sowohl an einem gesetzlichen Rahmenwerk als auch an wirtschaftlichen Anreizen, die große PV-Hersteller anlocken und Firmen wie Haushalte zur Installation veranlassen würden. New York war laut Haldar vor zwei bis drei Jahrzehnten weltweit führend in der Solartechnik. "Diesen Vorteil haben wir verspielt und müssen jetzt versuchen, verlorene Zeit wettzumachen." Die Bemühungen sind dringend notwendig, um dem schleichenden Abzug der Chip-Hersteller, die lange Jahre in der Region wichtige Produktionsstätten betrieben, eine neue Industrie entgegenzusetzen, glaubt Haldar.
Die gesamte Analyse in Technology Review online:
(bsc)