Studie: Deutschland hinkt im internationalen Online-Handel hinterher

Laut einer Studie der OC&C Unternehmensberatung und Google liegt Deutschland beim internationalen Online-Handel nur auf Platz 3. Am meisten internationalen Umsatz generieren die Händler in Großbritannien, gefolgt von den USA.

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  • dpa

Im internationalen Online-Handel ist Exportweltmeister Deutschland nur Mittelmaß. Britische und US-amerikanische Internet-Händler erzielen wesentlich größere Überschüsse im grenzüberschreitenden E-Commerce als die deutsche Konkurrenz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung OC&C in Zusammenarbeit mit dem Suchmaschinenbetreiber Google.

Die beiden Unternehmen untersuchten in ihrer Studie die Internationalisierung von 1500 Online-Händlern in den sechs weltweit größten E-Commerce-Märkten. Dazu zählen die USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Skandinavien und die Niederlande, die zusammen mehr als die Hälfte des weltweit erwirtschafteten E-Commerce-Umsatzes erbringen.

Demnach sind die britischen Online-Händler international am erfolgreichsten. Laut Studie erzielen sie jährlich einen Ausfuhrüberschuss von 869 Millionen Euro und setzen dabei am meisten mit Modeartikeln um. US-Händler folgen auf Platz zwei und erwirtschaften ein Plus von 132 Millionen Euro.

Dritter ist Deutschland mit 13 Millionen Euro und konnte ebenfalls vor allem im Bereich Fashion-Produkte in andere Länder verkaufen. Als größter Nettoimporteur hat sich Frankreich einen Namen gemacht. Erfolgreichste Internetpureplayer im internationalen Geschäft ist nach Erkenntnissen der Studie eBay, vor Amazon und Zalando. Im Multichannel -Bereich führen IKEA und H&M die Liste der umsatzstärksten Unternehmen an.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der grenzüberschreitende Handel in den sechs untersuchten Märkten derzeit rund 19 Milliarden Euro einbringt. Die Analysten gehen davon aus, dass sich das Volumen bis 2020 auf 96 Milliarden Euro steigert. Das entspräche einem Wachstum von rund 30 Prozent pro Jahr. Der Online-Umsatzerfolg im Ausland ist dabei durchaus als Maß für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Handelslandschaft eines Landes zu sehen. Er zeigt, wie attraktiv Konsumenten das Angebot ausländischer E-Commerce-Anbieter im Vergleich zu heimischen Händlern finden. ()