Hoffen auf das erste Unterwasserhotel der Welt
Wenn es nach zwei deutschen Entwicklern geht, könnte in diesem Jahr im südchinesischen Ozean mit dem Bau einer Herberge unter dem Meeresspiegel begonnen werden.
Zwei deutsche Entwickler, ein Schiffbauingenieur und ein Industriedesigner, würden gerne das erste Unterwasserhotel der Welt bauen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Bereits gegründet ist die Underwater World Resort AG mit Sitz in Zug in der Schweiz, die die Idee realisieren soll. Mitte 2014 könnte, wenn alles gut geht, der gigantische Bau beginnen. Die Kosten des Projekts sind auf 180 Millionen Dollar veranschlagt und werden von einer chinesischen Investorengruppe gestemmt. Als Standort war zunächst die Küste der chinesische Tropeninsel Hainan im Gespräch, jetzt ist nur noch allgemein vom "südchinesischen Meer" die Rede.
Der Unterwasser-Bau besteht aus einem ringförmigen Schwimmkörper, der fest am Boden verankert wird. Er soll zu zwei Dritteln unter Wasser liegen und Platz für mehrere Hundert Gäste bieten. Großzügige Fenster in einer Tiefe von etwa 14 Metern eröffnen ihnen einen Blick auf die Unterwasserwelt. Dafür musste ein System entwickelt werden, das dem Auftrieb entgegenwirkt, aber noch genügend Raum für Zimmer, Restaurant, Küche und Spa übrig lässt. An dem Problem wird seit mehr als zehn Jahren getüfftelt. Das Design des Hotels ist mit etlichen Rechenvorgängen optimiert worden. Nun brauchen nur noch rund 23 Prozent des Volumens unter Wasser mit Ballast gefüllt zu werden, damit es in der gewünschten Wassertiefe schweben kann.
Wem es zu unheimlich wird in der Tiefe, der kann jederzeit frische Luft schnappen. Über dem Wasserspiegel gibt es Sonnendecks und Einkaufsmöglichkeiten. Im Falle eines Wassereinbruchs versorgt ein Atemgassystem die Gäste mit Sauerstoff. Hierzu sind im gesamten Bordbereich Anschlüsse installiert, an denen Luft gezapft werden kann. In den Kabinen gibt es Atemmasken wie an Bord eines Flugzeugs. Selbst wenn das gesamte Hotel etwa durch ein Leck auf den Meeresgrund sinken sollte, würde oberhalb des Wasserspiegels genug Fläche für die Gäste bis zur Rettung übrig bleiben. Bei einem Taifun allerdings wird evakuiert.
Mehr zum Thema in Technology Review online:
(bsc)