US-Forscher miniaturisieren Bildsensoren
Neuartige Kohlenstoffnanoröhrchen können das gesamte sichtbare Spektrum detektieren.
Wissenschaftler an den Sandia National Laboratories im kalifornischen Livermore haben erstmals Komponenten aus Kohlenstoffnanoröhrchen geschaffen, die Licht des gesamten sichtbaren Spektrums erfassen können. Die winzigen Bauteile könnten eines Tages zahlreiche Anwendungsbereiche finden – von Solarzellen, die deutlich mehr Sonnenwärme absorbieren bis hin zu Minikameras, die auch unter sehr schlechten Lichtbedingungen arbeiten, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Wissenschaftler hatten bereits Nanoröhrchen gezeigt, die Licht spezifischer Wellenlängen detektieren konnten, darunter auch ultraviolettes Licht. Das gesamte sichtbare Spektrum wurde jedoch noch nie abgedeckt. "Das ist deshalb ein wichtiger Meilenstein", sagt George Grüner, Professor für Physik an der University of California, Los Angeles, und Leiter der dortigen Nano-Biophysik-Gruppe, der die Sandia-Studie kennt.
Noch befindet sich die Forschungsarbeit in einem frühen Stadium. Die Technik verspricht jedoch einige Vorteile gegenüber heutigen Lichtsensorchips. Zu den wichtigsten gehörten die standardmäßige hohe Auflösung und geringe Größe, sagt Sandia-Forscher Xinjian Zhou. Interessant könnten auch die möglichen Produktionsmethoden werden: Die Nanoröhrchen könnten mittels Druckverfahren auf flexiblen Polymerschichten aufgebracht werden, die sich beispielsweise als biokompatible Netzhautimplantate eignen würden.
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(bsc)