Ganzkörpererfassung für Videospiele
Eine belgische Firma arbeitet an einer universellen Softwareschnittstelle, über die der Spieler Figuren mit seinem gesamten Körper steuern kann.
Der riesige Erfolg von Nintendos Wii-Konsole beweist die Anziehungskraft von Spielen mit Bewegungssteuerung – selbst wenn sie technisch noch relativ einfach gehalten sind. Softkinetic, ein Unternehmen aus Belgien, arbeitet nun daran, den ganzen Körper des Spielers mit möglichst natürlichen Bewegungen in die Game-Welt zu holen. Die Software des Start-ups arbeitet mit optimierten Sensorkameras, die zur Feststellung der Körperposition eingesetzt werden, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. "Man braucht keinen Controller mehr in der Hand", sagt Firmenchef Michel Tombroff, "man muss auch kein spezielles Outfit tragen. Man stellt sich einfach nur vor die Kamera im Wohnzimmer und beginnt zu spielen, in dem man den ganzen Körper bewegt".
Der Wii-Controller war der erste durchschlagende Erfolg auf dem Gebiet der Gestenerkennung im Game-Bereich. Doch die Bewegungen, die der Spieler bei dem Nintendo-Gerät einsetzen muss, wirken manchmal steif und unnatürlich. Auch werden nur die Gesten der Hände erfasst, in der sich der Controller befindet. Kameras mit Tiefensensoren können hingegen Gesten erkennen, die von unterschiedlichen Körperteilen kommen, sagt Tombroff. Sie lassen sich außerdem so einstellen, dass sie die Bewegung deutlich genauer erfassen. Programme und Spiele zu schreiben, die mit dieser Technik arbeiten, ist jedoch schwierig, die Algorithmen komplex. Softkinetic will deshalb nun eine Softwareschnittstelle zur Verfügung stellen, die den Programmierern die Hauptarbeit abnimmt – sie können die Ganzkörpererkennung so in bestehende Produkte integrieren. Bislang hat Softkinetic vor allem Beispiel-Games produziert – hausintern wurden über ein Dutzend Titel erarbeitet. Nun will das belgische Unternehmen mit externen Entwicklern arbeiten, die die Integration der Software testen sollen.
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(bsc)