GDC 09: Neuerungen bei GPU-Physik
Radeon-Grafikkarten beschleunigen ĂĽber ATI Stream und OpenCL nun auch die Havok-Engine. Nvidia macht es Entwicklern mit neuen APEX-PhysX-Modulen einfacher, Physikeffekte in ihre Spiele zu implementieren.
Bereits im Juni letzten Jahres vereinbarte der von Intel übernommene Physik-Engine-Anbieter Havok eine Partnerschaft mit AMD in Hinblick auf die Beschleunigung von Physikeffekten in Spielen. Schon damals wollte man dafür auch die immense Rechenleistung moderner Grafikchips nutzen. Nun zeigten AMD und Havok im Rahmen der Game Developers Conference in San Francisco erste Videos von durch Radeon-Grafikchips beschleunigten Szenen. Die Havok-Physikengine spricht dafür die Radeon-Grafikchips über die ATI-Stream-Schnittstelle und OpenCL an. Zu sehen ist unter anderem die realistisch anmutende Bewegung der Kleider von 25 Tänzerinnen (Havok Cloth). Jedes Kleid besteht laut Havok aus 7000 Polygonen; die Szene soll mit 60 Bildern pro Sekunde laufen. Zur Hardware-Ausstattung des Testsystems liegen keine Angaben vor.
Auch Nvidia macht im Rahmen der GDC von sich reden und stellte vier neue Module der Physik-Bibliothek Apex (Adaptive Physics Extension) vor, die PhysX-Entwicklern kostenlos zur Verfügung stehen. Apex Clothing sorgt für die realistische Bewegung von Kleidungsstücken und Apex Vegetation lässt beispielsweise Bäume realistisch auf Waffeneinwirkung reagieren. Mittels Apex Destruction verlieren zum Beispiel Wände nach dem Beschuss ihre Kacheln und Apex Turbulence sorgt für anspruchsvolle Flüssigkeitsanimationen. PhysX wird ausschließlich von Nvidias GeForce-Grafikkarten (ab GeForce-8-Serie) unterstützt
Bisher bieten nur einige wenige Spiele, wie beispielsweise Mirrors Edge oder Sacred 2 (ab 30.3. per Update), GPU-beschleunigte PhysX-Effekte optional an. Der groĂźe Durchbruch von GPU-Physik dĂĽrfte noch auf sich warten lassen, solange kein fĂĽr alle Grafikchips gleicher Standard existiert. (mfi)