Microsoft will altes Prozessmaterial von Novell und Caldera sichten

Der Softwarekonzern ist im Rahmen eines von Novell angestrengten Verfahrens auf der Suche nach Beweisen dafĂĽr, dass der Prozessgegner alle AnsprĂĽche auf die eingekaufte Textverarbeitung WordPerfect an die Firma Caldera abgetreten hat.

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Von
  • Detlef Borchers

In der Antitrustklage von Novell gegen Microsoft wegen angeblich unfairer Wettbewerbspraktiken im Bereich BĂĽrosoftware hat Microsoft zwei Firmen aus Salt Lake City auf die Herausgabe von altem Prozessmaterial verklagt. Microsoft will in 158 Boxen nach Beweisen dafĂĽr suchen, dass Novell alle AnsprĂĽche auf die eingekaufte Textverarbeitung WordPerfect an die Firma Caldera abgetreten hat. Das berichtet die Prozessbeobachtungs-Website Groklaw.

Microsofts Such-Anfrage geht gegen die Firma Canopy als Muttergellschaft der damaligen Firma Caldera, aus der zwischenzeitlich die SCO Group gebildet wurde. Außerdem wird die Anwaltssozietät Snow, Christensen & Martineau als damaliger Vertreter von Caldera belangt. Die Sozietät soll noch 158 Boxen mit Beweismitteln aus dem Verfahren zwischen Caldera und Microsoft besitzen, obwohl das Gros der Beweismittel (937 Boxen) mit richterlicher Genehmigung bereits im Jahre 2003 zu Toilettenpapier verarbeitet wurde. Damals wollte die SCO Group als Rechtsnachfolger von Caldera nicht länger die Lagerhaltungskosten für die Beweismittel zahlen.

Microsoft hofft, in den Unterlagen Beweise dafĂĽr zu finden, dass Novell keine AnsprĂĽche in der laufenden Antitrustklage hat. Im Jahre 1994 hatte der bei Novell entlassene Firmenchef Ray Noorda die Investmentgesellschaft Canopy gegrĂĽndet, die wiederum die Firma Caldera grĂĽndete. Caldera ĂĽbernahm von Novell die Rechte an der DOS-Software DR DOS sowie die Linux-Entwicklung und fĂĽhrte eine Antitrustsklage gegen Microsoft, die mit einem Vergleich endete. (Detlef Borchers) / (anw)