Viele offene Stellen fĂĽr Ingenieure und Software-Entwickler

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur registriert "positive Beschäftigungserwartung". Ein gesamtwirtschaftlich bedeutsamer Fachkräftemangel, der das wirtschaftliche Wachstum bremse, sei nicht gegeben.

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Von
  • Frank Möcke

Im ersten Quartal 2008 haben Deutschlands Arbeitgeber vor allem Ingenieure gesucht. Hier waren rund 55.000 Stellen sofort zu besetzen. Mit groĂźem Abstand folgen Vakanzen fĂĽr Berufskraftfahrer (27.500), Elektriker (20.300) und Softwareentwickler (13.300).

Ein gesamtwirtschaftlich bedeutsamer Fachkräftemangel, der das wirtschaftliche Wachstum und die Beschäftigungsentwicklung bremse, sei jedoch nicht gegeben, folgert die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, IAB, das diese Zahlen veröffentlicht hat.

Aufs ganze Jahr 2008 gesehen bleiben danach die Beschäftigungserwartungen der Betriebe positiv. 32 Prozent der vom Institut im Herbst 2007 befragten Betriebe rechneten mit einer Zunahme in den kommenden zwölf Monaten, 14 Prozent mit einem Rückgang. Gut die Hälfte erwartete keine Veränderung. Durch die Finanzkrise seien die Erwartungen allerdings mittlerweile eher nach unten zu revidieren, geben die IAB-Forscher zu bedenken. Die Beschäftigungszuwächse dürften im Jahr 2008 geringer ausfallen als 2007: Im ersten Quartal 2008 gab es bundesweit über alle Branchen gesehen 1,14 Millionen offene Stellen. Das sind 80.000 weniger als im letzten Quartal 2007 und 250.000 weniger als im Vergleichsquartal des Vorjahres.

Das Stellenangebot konzentriert sich weiterhin auf kleinere Betriebe. So haben Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern gut die Hälfte aller Stellen angeboten, und das bei einem Anteil von nur 39 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Der wichtigste Grund, keine Einstellungen vorzunehmen, besteht im Fehlen von Aufträgen. Dies betraf 19 Prozent aller Betriebe. Von einem Mangel an geeigneten Arbeitskräften berichteten sieben Prozent, etwa so viele wie im Vorjahr sowie in den konjunkturell starken Jahren 2000 und 2001. An dritter Stelle nannten die Betriebe Finanzierungsprobleme.

Das IAB erfasst viermal jährlich das gesamte Stellenangebot, also auch jene Stellen, die nicht den Arbeitsagenturen gemeldet werden. Jeden Herbst werden 14.500 Betriebe schriftlich befragt, in den anderen drei Quartalen 8.000 Betriebe telefonisch. (fm)