Fedora 11 Beta erschienen

Die Beta von Fedora 11 unterstĂĽtzt Kernel-Based Mode-Setting (KMS) bei Grafikchips von AMD, Intel und Nvidia und setzt auf Ext4 als Dateisystem. Die kommendem Versionen von Firefox, Thunderbird, OpenOffice und GCC liegen in Vorabfassungen bei.

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Von
  • Thorsten Leemhuis

Standard-Design von Fedora 11 (Leonidas)

Eine Woche später als ursprünglich geplant hat das Fedora-Projekt die erste und einzige Beta des Leonidas genannten Linux-Distribution Fedora 11 zum Download freigegeben und damit die Hauptentwicklungsphase der kommenden Fedora-Version abgeschlossen.

Zu den wichtigsten Neuerungen zählt die Unterstützung für Kernel-Based Mode-Setting (KMS) bei Grafikchips von Intel. Durch sie erhält der Kernel mehr Kontrolle über die GPU und nimmt dem X-Server einiges an Arbeit ab, was gleich mehrere Probleme und Einschränkungen rund um die Ansteuerung von Grafikhardware bei Linux-Systemen beseitigen soll. Selbst mit einigen Nvidia-Chips soll KMS bei der Beta funktionieren, ist allerdings standardmäßig ausgeschaltet. Beim im November letzten Jahres vorgestellten Fedora 10 hatte der Kernel die Technik lediglich bei Radeon-GPUs unterstützt.

Der Kernel der Beta basiert auf einer eine Vorabversion der kürzlich fertiggestellten Linux-Version 2.6.29. Anders als ursprünglich geplant wird die 32-Bit-x86-Variante von Fedora 11 keinen x86-64-Kernel installieren, wenn sie eine 64-Bit-x86-CPU vorfindet. Als Standard-Dateisystem dient der Linux-Distribution wie vorgesehen der Ext3-Nachfolger Ext4. Die Fedora-Entwickler haben jedoch einige für Linux 2.6.30 vorgesehen Änderungen am Ext4-Code integriert, um die Gefahr eines Datenverlusts durch Delayed Allocation zu senken.

Als Desktops steht neben KDE 4.2.1 und Xfce 4.6.0 eine Vorabversion des kürzlich freigegeben GNOME 2.26 zur Auswahl; Firefox, Thunderbird und OpenOffice liegen als Beta der kommenden Versionen 3.5, 3.0 und 3.1 bei. Als Compiler dient der Fedora-11-Beta eine Vorabversion von GCC 4.4, der seiner Fertigstellung mit der Abspaltung des 4.4er-Entwicklungszweigs kürzlich einen Schritt näher kam.

Informationen zu diesen und weiteren auch im Projekt-Wiki in Englisch oder Deutsch zusammengefassten Neuerungen finden sich über die Wiki-Seiten zu den neuen Features in Fedora 11; darunter unter anderem:

Mit Veröffentlichung der Beta wird die Hauptentwicklungsphase von Fedora 11 abgeschlossen, denn von nun an wollen die Entwickler die neuen Features zur Reife bringen, statt weitere größere Änderungen einzubauen.

Fedora 11 enthält Vorabverisionen von Gnome 2.26, FireFox 3.5 und OpenOffice 3.1

Die Beta stellt genau wie das Ende April erwartete Preview Release sowie das für Ende Mai geplante Fedora 11 einen Snapshot des täglichen aktualisierten Entwicklerzweigs Rawhide dar. Dort wurden seit der Zusammenstellung der Beta bereits wieder hunderte von Paketen aktualisiert, die der Beta-Version als Update zur Verfügung stehen – darunter anderem die finale Version von Linux 2.6.29, Gnome 2.26 sowie ein neuerer Snapshot von Firefox 3.5.

Nach dem Einbruch in einige für zum Signieren von Paketen genutzte Fedora-Server im Sommer vergangenen Jahres (1, 2, 3) hat Fedora-Projektleiter Paul W. Frields gestern nähere Details zu den Vorgängen veröffentlicht. Demnach erfolgte der Einbruch nicht über eine Sicherheitslücke in einer der Anwendungen des Servers, sondern gelang mit Hilfe einer gestohlen Kopie eines für den SSH-Zugang auf den Server freigegebenen Private Key, den dessen Besitzer nicht über eine Passphrase geschützt hatte. Verschärfte Sicherheitsrichtlinien für Fedora-Entwickler mit SSH-Zugang zu den Servern sollen solch einen Einbruch in Zukunft ausschließen. (thl)