Studie: Holpriger Start Jugendlicher in den Beruf kostet Milliarden
"Aus unserer Sicht wird das wichtige Thema der Berufsausbildung immer noch nicht konsequent genug behandelt", mahnte der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung anlässlich einer Studie zum Berufseinstieg.
Die Schwierigkeiten vieler Jugendlicher in Deutschland beim Berufseinstieg kosten Milliardensummen. Für 2007 bis 2015 könnten laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung 29,3 Milliarden Euro an direkten und indirekten Kosten bei der Integration Jugendlicher in den Arbeitsmarkt gespart werden. Voraussetzung seien "grundlegende bildungspolitische Weichenstellungen", erklärte die Stiftung. Berufliche Qualifizierung von An- und Ungelernten, der Einstieg in den Beruf und ein höheres Einkommen bedeuteten ein Wertschöpfungspotenzial von 21,5 Milliarden Euro.
Um das Einspar- und Wertschöpfungsvolumen von rund 50 Milliarden Euro zu erreichen, müsse die Zahl der Schulabgänger mit "mangelnder Ausbildungsreife" sowie der Abgänger in Warteschleifen wie Berufsvorbereitungskursen um je ein Drittel sinken. Außerdem müssten fünf Prozent der heute Geringqualifizierten nachträglich einen Berufsabschluss erwerben, ergab die Studie. "Aus unserer Sicht wird das wichtige Thema der Berufsausbildung immer noch nicht konsequent genug behandelt", mahnte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Gunter Thielen.
Die Berechnung der direkten Kosten für die Integration Jugendlicher in die Arbeitswelt beruhten auf Zahlen des Jahres 2006. In dem Jahr hätten Bund, Länder, Kommunen und die Bundesagentur für Arbeit 5,6 Milliarden Euro für Hilfsangebote der Berufsvorbereitung ausgegeben. Knapp 438.000 Jugendliche nahmen daran teil, rechnerisch verbringe jeder Schulabgänger mit maximal Hauptschulabschluss rund 1,4 Jahre in dem "Übergangssystem". Bei den indirekten Kosten könne beim Arbeitslosengeld und der sozialen Mindestsicherung gespart werden, wenn Jugendliche besser in Ausbildung und Beruf eingebunden wären. (dpa) / (jk)