Volkssport "Ego-Googeln": Jeder Dritte sucht sich selbst

Ein Drittel der im Auftrag des Bitkom-Verbands befragten Deutschen sucht im Netz nach sich selbst. Der Umfrage zufolge ist Ego-Googlen vor allem bei der jüngeren Generation weit verbreitet.

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"Ego-Googeln" ist mittlerweile offenbar zu einer Art Volkssport geworden: Ein Drittel der Bundesbürger (34 Prozent) sucht im Netz gelegentlich oder oft nach dem eigenen Namen. Zu diesem Schluss kommt eine vom Branchenverband Bitkom veröffentlichte repräsentative Studie. Das Institut Forsa hatte für die monatliche Erhebung WebMonitor 1001 Deutsche ab 14 Jahren nach ihren Suchgewohnheiten befragt.

Danach ist Ego-Googeln gerade unter jungen Deutschen weit verbreitet. Gut zwei Drittel der befragten 18- bis 29-Jährigen bekannten sich dazu. Aber auch bei den 30- bis 44-Jährigen ist der Anteil mit 41 Prozent noch überdurchschnittlich hoch. Je höher das Alter der Befragten, desto geringer war ihr Interesse an den eigenen Datenspuren. Während von den 45- bis 59-jährigen Befragten noch etwa ein Drittel (34 Prozent) nach sich selbst sucht, spielt das Ego-Googeln nur für jeden zehnten Über-60-Jährigen eine Rolle.

Männer werfen dabei etwas häufiger den Blick in den Internetspiegel. Unter den Männern beträgt der Anteil der Ego-Googler 36 Prozent, bei den Frauen sind es 32 Prozent. Unabhängig vom Alter wollen zum Beispiel auch viele der Selbstständigen unter den Befragten (66 Prozent) wissen, was wo über sie im Netz steht. Einer früheren Umfrage der Zeitschrift Tomorrow zufolge googeln 70 Prozent der Internetnutzer den eigenen Namen.

Doch nicht immer ist pure Eitelkeit das Motiv für die Selbstbeschau im Netz. "Manchmal kann es durchaus nützlich sein, wenn man selbst weiß, was andere im Internet über einen erfahren können", sagt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Ego-Googeln dient auch der Kontrolle der Informationen, die im Web mit dem eigenen Namen verknüpft werden – und die sind nicht immer erwünscht. In Zeiten von Mitmach-Web und sozialen Netzwerken schwemmen Googles Suchergebnisse vielleicht auch ein altes Foto aus Studienzeiten nach oben, das Personalchefs besser nicht sehen sollten. Denn auch die haben Google längst entdeckt.

Das Ego-Suchen leicht machen wollen umstrittene Anbieter wie 123people und yasni, die im Netz verfügbare Informationen zu Namen automatisch verknüpfen und dabei von Datenschützern kritisch beäugt werden. Schwierig wird es, wenn das Ego-Googeln tatsächlich Unliebsames zu Tage fördert. Denn was einmal im Netz kursiert, ist kaum noch zu kontrollieren. Unternehmen wie Reputation Defender bieten ihre Dienste an, kompromittierende Datenspuren zu löschen. Datenschützer raten zur Prävention: Lieber sparsam mit Informationen umgehen und wenig veröffentlichen. (vbr)