BlackBerry-Anbieter RIM mit sattem Gewinnsprung
Die Ergebnisse und Geschäftsaussichten des Anbieters von Smartphones und mobilen E-Mail-Diensten übertrafen die Erwartungen der Experten und sorgten im nachbörslichen Handel am Donnerstag für ein Kursfeuerwerk.
Der BlackBerry-Anbieter RIM sieht sich nach einem starken Umsatz- und Gewinnsprung trotz der Wirtschaftskrise weiter im Aufwind. Die Ergebnisse und Geschäftsaussichten des Anbieters von Smartphones und mobilen E-Mail-Diensten übertrafen die Erwartungen der Experten und sorgten im nachbörslichen Handel am Donnerstag für ein Kursfeuerwerk.
Der Überschuss des kanadischen Konzerns kletterte im Ende Februar abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal um mehr als ein Viertel auf 518 Millionen Dollar. Den Umsatz steigerte Research in Motion (RIM) sogar um 84 Prozent auf fast 3,5 Milliarden Dollar. RIM gewann im vergangenen Geschäftsquartal 3,9 Millionen neue Vertragskunden für seine BlackBerry-Dienste, knapp genauso viele sollen im laufenden Quartal hinzukommen. Insgesamt waren es zuletzt damit rund 25 Millionen Kunden. Im gesamten Geschäftsjahr 2008/2009 (28. Februar) stieg der Gewinn um fast 47 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Dollar. Der Umsatz schoss um 84 Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar in die Höhe.
Der Kurs der RIM-Aktie stieg im nachbörslichen Handel um mehr als 20 Prozent. Bereits im Tagesverlauf hatte sie fast acht Prozent auf 49,09 Dollar zugelegt. In den USA will RIM bald ein neues BlackBerry-Gerät auf den Markt bringen, das sowohl mit berührungsempfindlichem Bildschirm als auch mit klassischer Tastatur ausgestattet ist. Traditionell nutzen besonders Geschäftskunden die BlackBerrys, viele wollen dabei nicht auf die gewohnte Tastatur verzichten.
Der angeschlagene Konkurrent Palm hat bereits ein solches Gerät (Palm Pre) mit beiden Eingabevarianten vorgestellt und will es bald auf den Markt bringen. Apple setzt mit seinem iPhone dagegen ausschließlich auf einen Touchscreen mit virtueller Tastatur. Erst am Mittwoch hatte RIM einen Software-Marktplatz für BlackBerry-Smartpones gestartet, wie ihn auch die Rivalen Apple, Google und Microsoft offerieren. Das Angebot steht zunächst nur Nutzern in den USA, Großbritannien und Kanada offen. RIM rechnet anfangs mit etwa 1000 privaten und geschäftlichen Anwendungen. Apples im vergangenen Juli gestarteter App Store zählt mehr als 15.000 Zusatzprogramme für das iPhone.
Im laufenden zweiten Geschäftsquartal will RIM seine Gewinnmarge im Vergleich zu den vergangenen drei Monaten weiter steigern. Den Umsatz erwartet der Konzern bei bis zu 3,5 Milliarden Dollar. Das Ergebnis je Aktie soll mit 0,88 bis 0,97 Dollar über den Erwartungen der Analysten liegen. (dpa) / (jk)