Mesh Network zur Messung radioaktiver Kontamination

US-Soldaten sollen bald mit Geigerzählern auf ihrem Rücken ausgestattet werden, die sich automatisch selbst untereinander vernetzen und Sensorergebnisse an eine Basis zurückmelden.

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Eine neue Netzwerktechnik soll es Soldaten ermöglichen, möglichst schnell in erobertem Feindesland große Flächen nach Anzeichen nuklearer Kontamination zu durchkämmen. Das US-Unternehmen Rajant kombiniert dazu tragbare Funksender mit Rucksäcken, die hochempfindliche Strahlenmessgeräte enthalten. Das Netz konfiguriert sich vollautomatisch selbst und kann innerhalb kurzer Zeit eine Karte erstellen, die Hotspots möglicher Verseuchungen aufzeigt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Die einzelnen Knoten, "BreadCrumbs" (Brotkrumen) genannt, hängen an Geigerzählern, mit denen radioaktives Material wie Plutonium oder angereichertes Uran festgestellt werden kann. Ein so ausgerüstetes Soldatenteam schwärmt aus und betreibt Aufklärung im zu durchkämmenden Gebiet. Daten jedes einzelnen Knotens wandern dann zurück an einen Zentralrechner, der wiederum die Karte aufbaut – mit der Position jedes Teammitglieds und den jeweiligen Strahlungsdaten. Die einzelnen Soldaten können eine Übersicht mit den Ergebnissen ihres eigenen Sensors auf einem Display ablesen, das sie an ihrem Handgelenk tragen.

Jeder BreadCrumb kann mit Nachbarn kommunizieren, die maximal acht Kilometer entfernt liegen, erklärt Glenn Booth, Marketing-Vizepräsident bei Rajant. Das mobile Netzwerk habe dann sogar noch genügend Bandbreite, um Videostreams oder Internet-Telefonie zu übertragen, selbst wenn sich Hunderte von Knoten in unterschiedliche Richtungen bewegten. Die Firma verkauft die Technik auch an Bergbauunternehmen, die geologische Geländeerfassung betreiben.

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(bsc)