Peking fotografiert und erfasst Internet-Nutzer

Ab 2009 müssen Betreiber von Internet-Cafés in Peking ihre Besucher fotografieren, deren Daten erfassen und diese an eine Behörde übergeben.

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Ab 2009 soll jeder Besucher eines Internet-Cafés fotografiert, identifiziert und erfasst werden. Das berichtet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Im Juni führte die Stadt eine Registrierung über Namen und Personalausweis ein. Bis Dezember müssen alle Internet-Cafés im Stadtgebiet Kameras installiert haben und die Daten erfassen. Foto und persönliche Informationen landen in einer von der Regierung angelegten Kartei und sind von jedem Internet-Café in einem der 14 Bezirke Pekings abrufbar.

Nach der Registrierung bekommt man Login-Daten, die einerseits beim nächsten Besuch den Prozess beschleunigen sollen, andererseits aber die Internetaktivität jedes Nutzers nachvollziehbar machen. Die neue Maßnahme hat offenbar bereits Konsequenzen: "80 Prozent meiner Kunden gingen einfach wieder, als sie das Gerät sahen. Mein Café glich einem leeren Klassenzimmer", sagt nach Angaben von Xinhua der Geschäftsführer des Suosi Internet-Cafés Li Yunfei. Die Maßnahme soll offiziell sicherstellen, dass Minderjährige keinen Zugang zu jugendgefährdetem Material bekommen. Um ein Internet-Café besuchen zu dürfen, muss man in Peking mindestens 18 Jahre alt sein. (akr)