Roboter- und Automatenbranche beklagt Fachkräftemangel

Hersteller von Robotern, Automaten und MontagestraĂźen freuen sich ĂĽber volle AuftragsbĂĽcher - und suchen nach Mitarbeitern.

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  • dpa

Die deutschen Hersteller von Robotern, Automaten und Montagestraßen suchen angesichts voller Auftragsbücher nach Mitarbeitern. Derzeit mangele es an Fachkräften, sagte der Geschäftsführer Robotik und Automation beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Thilo Brodtmann, am heutigen Mittwoch in München während einer Pressekonferenz anlässlich der am 10. Juni beginnenden Fachmesse Automatica. "Wir sind arg in Not. Das ist für uns der wachstumsbegrenzende Faktor." Derzeit beschäftige die Branche in Deutschland etwa 30.000 Menschen. Gesucht seien vor allem Ingenieure, aber auch Facharbeiter.

In diesem Jahr rechnet die Branche mit einem Umsatzwachstum von 9 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro. In den kommenden Jahren soll sich das Umsatzwachstum zwischen 5 und 10 Prozent bewegen. Neben der Autoindustrie kommen Roboter und Montagestraßen in der Verpackungsindustrie, bei der Herstellung von Nahrungsmitteln, MP3- Playern, Pharmaprodukten oder Solarzellen zum Einsatz. Hinzu kommt der Bereich der industriellen Bildverarbeitung, also der automatischen Erkennung von Oberflächen, zum Beispiel in der Qualitätssicherung oder bei Fahrerassistenz-Systemen.

Norbert Stein, VDMA-Vorstandschef für den Bereich, widersprach der Vermutung, die Branche sei ein "Jobkiller". Vielmehr sei das Gegenteil der Fall. Dank der steigenden Automatisierung in vielen Betrieben, beispielsweise in der Autoindustrie, sei die Produktion in Deutschland in den vergangenen Jahren wieder lohnender geworden, sagte Stein. "Ohne Automatisierung hätten wir hier früher oder später die Lichter ausmachen können." Gebraucht würden gut geschulte Arbeitskräfte, die Maschinen und Produktionsabläufe überwachen könnten.

Auf der Automatica in München treffen sich vom 10. bis zum 13. Juni rund 870 Aussteller aus 41 Ländern und allen Bereichen der Robotik, Montage und der industriellen Bildverarbeitung. Erwartet werden mindestens 30.000 Fachbesucher. Die Messe findet seit 2004 alle zwei Jahre statt. (dpa) / (anw)