Musiksoftwarespezialist Avid fliegt aus dem NASDAQ

Der Pro-Tools-Hersteller steckt in einer finanziellen Krise. Seine Anteilsscheine können künftig nur noch "over-the-counter" gehandelt werden.

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Der Musiksoftwarespezialist Avid ist nicht mehr an der New Yorker Technologiebörse NASDAQ gelistet. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens hervor. Demnach hat der Pro-Tools-Entwickler am 21. Februar einen "blauen Brief" über ein Delisting erhalten. Die Handelsaktivitäten wurden daraufhin am Dienstag an der NASDAQ eingestellt.

Besitzer von Avid-Anteilsscheinen können diese nun nur noch außerbörslich "over-the-counter" (OTC) handeln. Kurz vor dem NASDAQ-Delisting war die Avid-Aktie am Montag um über 25 Prozent gefallen. Das Unternehmen steckt momentan in finanziellen Schwierigkeiten. So ging der Net Operating Cash Flow laut TheStreet.com auf minus 1,38 Millionen US-Dollar zurück, die Nettoeinnahmen (Net Income) im vorigen Quartal auf minus 17,39 Millionen. Direkter Grund für das Delisting sind offenbar Regelwidrigkeiten.

Auswirkungen auf Avids Produkte wie Pro Tools und Sibelius soll die Herunternahme der Aktie von der NASDAQ nicht haben. Avid schreibt auf seiner Website, das Unternehmen habe das Delisting bereits erwartet. Bis Mitte 2014 sollen nun die bei der US-Börsenaufsicht notwendigen Papiere eingereicht werden, um einen Compliance-Status zu erreichen und sich erneut an der NASDAQ listen zu lassen. Die Firma hat außerdem einen Webcast online gestellt, um Aktionäre zu informieren, wie es strategisch weitergehen wird. (bsc)