Präzise Ortserkennung nicht nur im Freien

Ein Start-up aus Finnland will mit Hilfe des Magnetsensors von Smartphones die Navigation in Innenräumen erlauben.

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Das finnische Start-up IndoorAtlas nutzt den in iPhone und Co. installierten Magnetsensor, um eine zuverlässige Navigation in Innenräumen zu erlauben, die von GPS-Signalen nicht erreicht werden, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Das Verfahren nutzt das Magnetfeld der Erde. Als Vorbild dienen Tiere wie Zugvögel, Lachse und Meeresschildkröten, die dank ihres Magnetsinns Tausende Kilometer entfernte Ziele finden.

IndoorAtlas erfasst in Innenräumen zunächst die Variationen des Erdmagnetfelds, die Metallbauteile von Gebäuden erzeugen – Stahlträger etwa oder stahlverstärkter Beton. "Das ist eine gewaltige Verbesserung gegenüber den bestehenden Technologien für die Indoor-Navigation", versichert Geschäftsführer und Mitgründer Janne Haverinen. Selbst scheinbar identische Stockwerke in Hochhäusern unterscheiden sich laut Haverinen dank ihres unverwechselbaren Magnetfeldes. Die Sache hat aber einen Haken: Für reine Holz- und Steingebäude ist die Methode nicht geeignet. Bislang setzen Systeme zur Innenraumnavigation vor allem auf die Abfrage von WLAN-Netzwerken in der Nähe. Für eine genaue Orientierung darüber müssen aber oft zusätzliche Access Points eingerichtet werden.

Zur ersten Kundengruppe von IndoorAtlas gehören große Supermärkte. Die Technologie eignet sich laut Haverinen hervorragend, um die Käufer zu definierten Abschnitten der Warenregale zu lotsen, denn die Genauigkeit liegt bei drei Metern. Damit Supermarktkunden mit der Kompass-Lösung navigieren können, muss das Geschäft zuvor das Magnetfeld in dem Gebäude kartieren und die Räume sowie Gänge zwischen den Regalen mit einem Smartphone ablaufen. Erste Ergebnisse eines Pilotprojekts in Finnland bestätigen den wirtschaftlichen Nutzen für Supermärkte. Anfang 2013 wurden an Einkaufswagen Tablets mit der Navigationsplattform der Finnen installiert, die daraufhin mehr kauften.

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(bsc)