Etappensieg für Sportler mit bionischen Prothesen
Bionik-Spezialist Hugh Herr begrüßt im Interview mit TR die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs, den Läufer Oscar Pistorius zur olympischen Qualifikation zuzulassen. Pistorius läuft mit Hightech-Prothesen aus Kohlefasern.
Hugh Herr, Bionik-Spezialist am MIT begrüßt die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs, den Läufer Oscar Pistorius zur olympischen Qualifikation zuzulassen. Pistorius, dem durch einen Gendefekt beide Wadenbeine fehlen, läuft mit Prothesen aus Kohlefasern, die so genannten Cheetah Flex Foots. Der Leichtathletikverband IAAF hatte Bedenken vorgebracht, dass die Cheetah-Prothesen ihm womöglich unfaire Vorteile verschaffen, und den Einsatz "technischer Geräte" wie Räder oder Federn in Wettkämpfen der Organisation verboten.
Im Interview mit Technology Review erklärt Herr, dass das Urteil "die vollständige Integration behinderter Menschen in der Gesellschaft" vorantreiben könne. "Einige Menschen schauen sich immer noch einen außergewöhnlichen Athleten mit künstlichen Armen oder Beinen an und glauben sofort, dass er niemals so gut sein kann wie andere, nur dank technischer Maßnahmen mithalten kann", sagt Herr. "Es gibt noch so viel darüber zu lernen, wie der menschliche Körper funktioniert, wie er von den verschiedensten Gerätschaften beeinflusst wird – egal ob es nun Schuhe oder Prothesen sind. Der Tag, an dem eine Prothese intakte Gliedmaßen nur in einem einzigen Punkt überholen kann, egal ob man nun höher springt oder etwas anderes besser beherrscht, wird sehr spannend werden."
Das komplette Interview in Technology Review Online:
(wst)