Verleger blicken besorgt auf Wandel der Werbewelt

Zwar könne man angesichts der Finanzkrise nicht optimistisch sein, meinte der Chef der bayerischen Zeitungsverleger. Aber man werde nicht so überrascht wie von der Krise nach 2001; viele Verlage verbuchten auch online schon nennenswerte Werbeeinnahmen.

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Von
  • Jutta Steinhoff
  • dpa

Sinkende Konjunkturdaten, sinkende Werbeetats der Unternehmen und sinkende Auflagenzahlen – bei den deutschen Zeitungsverlegern ziehen Sorgenfalten auf. Dennoch gibt sich der Verband Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) kurz vor Beginn der Münchner Medientage an diesem Mittwoch zuversichtlich. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagt VBZV-Vorsitzender Andreas Scherer im Gespräch mit dpa.

Zwar könne man angesichts der weltweiten Finanzkrise nicht optimistisch sein. Aber man werde nicht so überrascht wie von der Krise nach 2001, als den Zeitungen Anzeigeneinnahmen in zweistelliger Höhe wegbrachen. "Natürlich tut es weh, aber viele Häuser sind heute besser darauf eingestellt", sagt der Geschäftsführer der Presse-Druck und Verlags-GmbH in Augsburg (Augsburger Allgemeine). Sie hätten sich crossmedial aufgestellt und verbuchten teilweise bereits auch Online schon nennenswerte Werbeeinnahmen.

Die 22. Medientage als eines der größten Branchentreffen Europas stehen unter dem Motto "Werbewelt im Wandel – Wert und Wirksamkeit in der digitalen Medienwelt" und dauern bis zum Freitag. Mit dem Printgipfel (Thema: "Publishing – Wachstum unter veränderten Bedingungen") und der Verleihung des Bayerischen Printmedienpreises steht der Donnerstag im Zeichen der Zeitungen und Zeitschriften.

Neben Einflüssen des Marktes müssen die Zeitungsverlage 2009 auch politisch begründete Einnahmeverluste kompensieren, erstmals schlägt der Verlust der Handelsregistereintragungen zu Buche. "Die Etats sind konservativ geplant und auf Rückgang eingestellt", erläutert Scherer. Bedrohlich werde es, wenn die Krise auf den Arbeitsmarkt durchschlage und auch vermehrt Stellenanzeigen wegfielen. "Das kann man nicht kompensieren, und die sind vielfach die wichtigste Anzeigenrubrik."

Zudem seien die Möglichkeiten weiterer Kostenreduzierungen begrenzt. Die Häuser seien bereits schlank aufgestellt, "sie dürfen nun nicht mager werden". Allenfalls mit Straffung der digitalen und redaktionellen Arbeitsabläufe, der flächendeckenden Umstellung auf newsdesks auch bei den kleinen Zeitungen und weiteren Kooperationen in einzelnen Feldern bestünde vereinzelt noch Einsparungsmöglichkeit. Zeitungsfusionen stehen nach Ansicht des VBZV-Vorsitzenden in Bayern absehbar indes nicht an, schon allein aus Kartellrechtsgründen. (Jutta Steinhoff, dpa) / (jk)