US-Kabelnetzbetreiber verzichtet auf Volumentarife

Nach massiver Kritik und politischem Druck legt Time Warner Cable seine Pläne, übermäßige Internetnutzung mit Volumentarifen einzudämmen, vorerst auf Eis.

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Der US-Kabelnetzbetreiber Time Warner Cable legt seine Pläne für verbrauchsabhängige Internettarife nach Protesten vorerst auf Eis. Nach ersten Tests mit den für US-Vebraucher ungewohnten Volumentarifen im vergangenen Sommer in Beaumont (US-Bundesstaat Texas) wollte Time Warner die Testzone zuletzt eigentlich auf weitere Städte ausdehnen, traf dabei aber auf heftigen Widerstand von Verbraucherschützern und Politikern.

Den Plänen zufolge wollte Time Warner Tarife einführen, die von 15 US-Dollar monatlich für leichte Internetnutzung über 10 GByte für 25 US-Dollar (19 Euro) bis zu 100 GByte für 75 US-Dollar (57 Euro) verschiedene Traffic-Volumen abdecken. Jedes weitere Gigabyte sollte bis maximal 75 GByte mit je einem US-Dollar berechnet werden. Ein unbegrenzter Zugang würde so 150 US-Dollar (115 Euro) kosten. Derzeit kosten ein Internetzugang ohne Begrenzung zwischen 35 und 57 US-Dollar (26 bis 43 Euro).

Das Unternehmen wollte mit dem neuen Tarifsystem nach eigenen Angaben die steigenden Netzkosten und extreme Nutzung etwa durch Filesharing in den Griff bekommen. Kritiker wanden dagegen ein, dass sich der Kabelanbieter damit die Video-Konkurrenz aus dem Netz vom Hals halten wolle. Abgeordnete der betroffenen Städte hatten angekündigt, die Einführung von Volumentarifen notfalls per Gesetz verbieten zu wollen. CEO Glenn Britt erklärte, die Kritik beruhe auf "einigen Missverständnissen". (vbr)