Stellenvermittler profitieren von Wechselwilligen
Sieben von zehn Arbeitnehmern mit qualitativ anspruchsvollen Beschäftigungen überlegen, in den nächsten zwei Jahren ihre Stelle zu wechseln.
Sieben von zehn Arbeitnehmern mit qualitativ anspruchsvollen Beschäftigungen überlegen, in den nächsten zwei Jahren ihre Stelle zu wechseln. Das legt eine Studie nahe, die das Institut für Mittelstandsforschung der Universität Lüneburg gemeinsam mit dem Hanseatischen Personalkontor Hapeko und dem Online-Jobportal StepStone durchgeführt hat.
Gut qualifizierte Arbeitnehmer fühlen sich laut Studie innerhalb ihres Unternehmens einem verschärften Wettbewerbsdruck um attraktive Arbeitsplätze ausgesetzt. Immerhin knapp 30 Prozent stimmen der Aussage zu: "Die Unternehmensleitung forciert ganz bewusst den Wettbewerb ihrer Mitarbeiter um attraktive Aufstiegspositionen, jeder Vierte nennt die Kollegen und nur jeder Sechste den Vorgesetzten als Ursache des internen Wettbewerbsdrucks."
Zwei Drittel der Befragten üben nach eigenen Angaben Tätigkeiten aus, die ihren Qualifikationen entsprechen, die Übrigen sehen sich aber als inadäquat beschäftigt an. Jeder Zweite glaubt, seiner Ausbildung entsprechend nicht ausreichend bezahlt zu werden.
70 Prozent der Befragten tragen sich daher mit dem Gedanken, den Arbeitgeber zu wechseln. Fach- und Führungskräfte, die sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren, haben allerdings einen deutlich geringeren Wechselwunsch. Vor allem große Unternehmen schneiden bei der Beurteilung nicht gut ab. Der Wettbewerbsdruck in größeren Firmen wird als deutlich stärker wahrgenommen als in kleineren Unternehmen,
Keine starken Unterschiede zeigten die Antworten von Männern und Frauen. Befristet und in Teilzeit tätige Arbeitnehmer berichten häufiger über eine nicht adäquate Beschäftigung. Sie haben auch negativere Zukunftserwartungen. Stark ins Auge fallen die Unterschiede zwischen Leiharbeitnehmern und Personen in Normalarbeitsverhältnissen: Bei allen Fragen der Studie markierten Personen in einem Leiharbeitsverhältnis eine erheblich negativere Beurteilung.
Die Studie wurde als Online-Befragung durchgeführt, auf 20.000 verschickte E-Mails hin haben 1.461 Personen teilgenommen. Ein Hinweis im Newsletter der Firma Stepstone führte zu 169 weiteren verwertbare Fragebögen. (fm)