Down-Syndrom: Gentest sicherer als Fruchtwasseruntersuchung

Wenn Schwangere das Risiko auf Down-Syndrom bei ihrem ungeborenen Kind abklären lassen wollen, sind riskante Untersuchungen notwendig. US-Forscher empfehlen einen Gentest. Er ist nicht nur sicherer, sondern liefert auch zuverlässigere Resultate.

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In einer neuen Studie findet ein Wissenschaftlerteam vom amerikanische Tufts Medical Center Belege dafür, dass Gentests bei der Früherkennung von Föten mit Down-Syndrom bessere Ergebnisse liefern könnten als Ultraschall und biochemische Untersuchungen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Bislang werden Frauen nur dann untersucht, wenn sie zu einer Risikogruppe, insbesondere Schwangerschaften im höheren Alter, gehören.

Im Blut einer Schwangeren befinden sich üblicherweise auch DNA-Teile des Fötus. Daher ist es möglich, zu bestimmen, ob das Kind eine abnorme Anzahl von Chromosomen aufweist, wie dies beim Down-Syndrom der Fall ist. Die neue Methode ist ungefährlicher als traditionelle Methoden. Verschiedene Firmen bieten mittlerweile diesen DNA-Test an, darunter etwa der Sequenzierungsspezialist Illumina.

Jedoch findet die Diagnostik bislang noch nicht überall Anwendung. Stattdessen werden Frauen ab 35 Jahren mehrheitlich mit traditionellen Methoden wie Ultraschall und biochemischen Tests geprüft. Kommt es hier zu einem positiven Ergebnis, heißt das aber nur, dass es eine vierprozentige Chance gibt, dass das Baby tatsächlich eine Chromosomen-Anomalie aufweist, erklärt Diana Bianchi vom Tufts Medical Center. Deshalb erfolgt danach noch eine invasive Fruchtwasseruntersuchung zu Abklärung, die aber das Baby gefährden kann.

Aktuell müssen Schwangere in den USA, wo das Thema momentan intensiv diskutiert wird, für die DNA-Tests normalerweise selbst bezahlen, weil sie nur im Fall von Risikoschwangerschaften von der Versicherung abgedeckt sind. Der Preis liegt zwischen 1200 und 2700 Dollar, wie Richard Rava, Wissenschaftschef der zuständigen Illumina-Abteilung Verinata, sagt.

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(bsc)