US-Zeitungskrise: "Christian Science Monitor" werktags nur online
Ab April 2009 soll es von der renommierten US-amerikanischen Zeitung nur am Wochenende eine gedruckte Ausgabe geben.
Die renommierte US-Zeitung Christian Science Monitor wird als erstes großes amerikanisches Blatt künftig werktags nicht mehr gedruckt, sondern nur noch online zu lesen sein. Dieser Schritt werde es der über 100 Jahre alten, überregionalen Zeitung mit Sitz in Boston ermöglichen, "die Rolle des "Monitors" in seinem zweiten Jahrhundert zu sichern und auszubauen", betonte Chefredakteurin Mary Trammell. Die Kostenersparungen garantierten auch, dass künftig die – relativ teuren – acht Auslandskorrespondenten behalten werden können, sagte sie.
Die Auflage des traditionsreichen, angesehenen Blattes war den Angaben zufolge seit 1970 von 200.000 auf derzeit etwa 52.000 gesunken. Im vergangenen Jahr habe die Zeitung 19 Millionen US-Dollar (15 Millionen Euro) Verluste gemacht. Von April 2009 wird die Zeitung demnach wochentags nur noch im Internet erscheinen, zugleich kommt neu eine gedruckte Sonntagsausgabe auf den Markt. "Christian Science" ist eine von der evangelischen Kirche unabhängige und eigenständige, christliche Religionsgemeinschaft. Die Zeitung hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter sieben Pulitzer-Preise.
Derzeit wird die Web-Seite der Zeitung nach Angaben des Blattes etwa drei Millionen Mal im Monat angewählt; Christian Science Monitor hofft, diese Zahl in den kommenden Jahren auf 20 bis 30 Millionen steigern zu können.
Die traditionell hoch profitablen US-Zeitungen befinden sich derzeit in einer schweren Krise. Seit Jahren sinken Auflagen und Anzeigenerlöse, bedrängt das Internet das Geschäft. Der Marktwert der US-Medienunternehmen ist jüngst teilweise dramatisch abgestürzt. Die durchschnittliche Tagesauflage sank nach den am Montag vom Fachverband ABC veröffentlichten Zahlen zwischen März und September dieses Jahres um 4,6 Prozent auf 38,2 Millionen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. (dpa) / (anw)