Augen-Implantat mit Teleobjektiv

Forscher haben ein Mini-Teleskop geschaffen, das Erblindung verhindern soll.

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Ein winziges Linsensystem, das in den Glaskörper des Auges eingesetzt wird, könnte bald Patienten helfen, die an der Makula-Degeneration im Endstadium leiden. Das Implantat – ungefähr so groß wie ein Radiergummi an einem Bleistift – soll nach Möglichkeit noch in diesem Jahr in den USA auf den Markt kommen, berichtet Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe 5/09 (seit dem 17. 4. am Kiosk oder portokostenfrei online zu bestellen).

Bei der Makula-Degeneration versagen die das Licht erkennenden Zellen in der Netzhaut. In den Industriestaaten ist sie die häufigste Ursache für Erblindung bei Menschen über 50 Jahre. Weltweit sind mehr als 25 Millionen Menschen davon betroffen.

Das von der US-amerikanischen Firma VisionCare Ophthalmic Technologies entwickelte Implantat besteht im Wesentlichen aus zwei Linsen in einer kleinen Glasröhre. Im Auge wirkt es ähnlich wie ein fest eingestelltes Teleobjektiv, das ein vergrößertes Bild auf die Randbereiche der Netzhaut projiziert. Weil bei der Makula-Degeneration meist nur der zentrale Bereich der Netzhaut betroffen ist, kann der Patient nun trotzdem das Objekt erkennen. Er muss jedoch lernen, mit dem Mini-Objektiv klarzukommen: Das Implantat wird nur in ein Auge eingesetzt, das dann für die Wahrnehmung von Details verwendet wird. Das andere Auge verbleibt für das periphere Sehen.

Ende März haben Gutachter der US-Zulassungsbehörde FDA einstimmig empfohlen, das Implantat für den klinischen Einsatz freizugeben. Eine Zulassung für Europa liegt laut VisionCare bereits vor. (bsc)