GE will mit Terabyte-Holospeichern in den Endkundenmarkt
Der US-Technologiekonzern arbeitet an einem neuen Player, der auch alte DVDs und Blu-ray-Scheiben lesen können soll.
Holographische Speichersysteme bieten die Möglichkeit, Hunderte von Filmen auf eine einzige Scheibe von der Größe einer DVD zu pressen. Die ersten kommerziellen Systeme, die im nächsten Jahr auf den Markt kommen sollen, wenden sich allerdings nur an Highend-Anwender, die für ihre Archivierungstechnik fünfstellige Dollar-Beträge ausgeben können. Hinzu kommt: Die Wiedergabe- und Aufzeichnungstechnik besteht aus Spezialgeräten, die zu älteren Formaten inkompatibel sind.
Forscher beim US-Technologiekonzern GE arbeiten deshalb nun an einer Endkundenversion der Technologie, die gleichzeitig auch ältere CDs und DVDs lesen können soll, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Die Forschungsabteilung des Unternehmens, Global Research, glaubt an eine Marktreife bis zum Jahr 2012. Sollte das Projekt erfolgreich verlaufen, könnten die Kunden große Videosammlungen auf wenigen holographschen Scheiben parallel zu ihrer alten DVD-Kollektion verwenden. GE arbeitet an einer ersten Version der neuartigen Speichermedien mit einer Kapazität von 300 Gigabyte, spätere Varianten könnten bis zu einem Terabyte erreichen. Das wäre genug Platz für 40 Filme in High-Definition-Qualität oder 200 Streifen in Standardauflösung.
Trotz der Möglichkeiten der neuen Technik und mehrerer Firmen, die derzeit aktiv an ihr arbeiten, existiert bislang nur ein offiziell angekündigtes kommerzielles Produkt im Bereich der Holo-Scheiben. Das High-End-System vom Anbieter InPhase, einem Spinoff der Alcatel/Lucent-Forschungsabteilung Bell Labs, soll Ende 2009 für 18.000 Dollar pro Stück verkauft werden. Einzelne Scheiben mit 300 Gigabyte Kapazität sind dann für 180 Dollar zu haben. Das Gerät soll vor allem zur Archivierung dienen, Zielgruppe sind Großkonzerne und Behörden. InPhase setzt im Gegensatz zu GE auf eine gänzlich neue Technologie – so sind die Scheiben nicht aus Polycarbonat, und auch die Optik ist ganz anders als bei heutigen DVD- und Blu-ray-Spielern. GE will sich mit seiner Holo-Scheibe hingegen stärker an den aktuellen Formaten orientieren und damit auch eine Rückwärtskompatibilität herstellen. Gespräche mit mehreren Elektronikherstellern sollen bereits laufen.
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(bsc)