Kostengünstige Ethanol-Alternative

Ein US-Start-up hat einen Prozess entwickelt, der die Herstellung des energiereichen Biotreibstoffes Butanol deutlich verbilligen soll.

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Cobalt Biofuels, ein Start-up aus dem kalifornischen Mountain View, hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich der Biotreibstoff Butanol deutlich kostengünstiger herstellen lässt. Im Oktober kündigte die Firma an, insgesamt 25 Millionen Dollar an Kapital eingeworben zu haben – genug Mittel, um die Laborproduktion zu beenden und den Betrieb einer Pilotanlage aufzunehmen, die rund 35.000 Gallonen (rund 132.500 Liter) Treibstoff pro Jahr produzieren kann, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

"Unsere Modelle sagen voraus, dass wir es hier mit einem sehr preiswerten Prozess zu tun haben, der mit allem mithalten kann, was derzeit auf dem Markt ist", meint Pamela Contag, Gründerin und Firmenchefin. Bislang wird in den USA vor allem Ethanol als Biotreibstoff verwendet. Ausgangsstoff ist dabei Mais. Butanol könnte die Nutzung von Biotreibstoffen steigern, weil es weniger Einschränkungen als Ethanol aufweist. Es enthält eine höhere Energiedichte – eine Gallone Butanol besitzt ungefähr 90 Prozent der Energie der gleichen Menge Benzin, während Ethanol nur 70 Prozent erreicht. Hinzu kommt, dass Ethanol für den Transport spezielle Pipelines braucht, während sich Butanol durch vorhandene Benzinleitungen schicken lässt.

Cobalt Biofuels nutzt Clostridien, anaerobe Bakterien, die Kohlehydrate unter anderem in Butanol umsetzen, um die Pflanzenteile zu zerlegen, darunter Cellulose, Hemicellulose und Stärke. Heraus kommt eine Kombination aus Butanol, Aceton und Ethanol. Neu ist dieser Prozess nicht: Clostridien produzieren diese Stoffe bereits in natürlicher Form und wurde schon im frühen 20. Jahrhundert verwendet, um Butanol für die Verwendung in Lösungsmitteln oder Aceton für Sprengstoffe herzustellen. Neu ist allerdings, sagt Contag, dass eine Kombination aus Ölpreis, Biotreibstoff-Vorgaben der US-Regierung und die neue Technologie des Start-ups es erstmals wettbewerbsfähig möglich machten, Butanol als Benzinersatz zu nutzen.

Cobalt Biofuels ist allerdings nicht die einzige Firma, die auf Biobutanol setzt. Eine Handvoll Konkurrenten sind bereits auf dem Sprung. Das größte Konsortium ist ein Zusammenschluss des Chemieriesen DuPont mit dem Energiekonzern BP; beide Firmen wollen kommerzielle Mengen an Butanol aus Zuckerrüben ab 2010 verkaufen.

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(wst)