Japan-Preisträger warnt vor kurzfristigen Krisenmaßnahmen

Dennis Meadows, Autor von "Die Grenzen des Wachstums", sieht nach dem Ende des Booms eine Phase des Abbaus von Produktionsüberkapazitäten auf die Welt zukommen.

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Dennis Meadows hat 1972 im Auftrag des Club of Rome die Studie "Die Grenzen des Wachstums" erstellt, die in 38 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft wurde. In seinem Report sagte er damals voraus, dass die Grenzen des Wachstums in den nächsten 100 Jahren erreicht würden, wenn das Wachstum von Bevölkerung, Industrialisierung und der Umweltverschmutzung anhält. Als Alternative zum Kollaps empfahl Meadows echtes nachhaltiges Wachstum.

Für seine Verdienste erhielt Meadows am Donnerstag den hoch dotierten Japan-Preis der Stiftung für Wissenschaft und Technik. Vor der Preisverleihung nutzte Meadows, heute Professor Emeritus an der University of New Hampshire, die Gelegenheit, zur aktuellen Wirtschaftskrise Stellung zu beziehen. "Wir stehen vor der Herausforderung, zwei historische Krisen auf einmal zu bewältigen", sagte Meadows in seiner Rede, die Technology Review in seiner Online-Ausgabe dokumentiert.

Erstens werde die Phase des Hochwachstums von einer harten und langen Phase des Abbaus von Produktionsüberkapazitäten abgelöst. Zweitens müssten wir gleichzeitig die Gesellschaften auf eine nachhaltige Entwicklung umstellen, wenn wir die Folgen noch einigermaßen kontrollieren wollten. "Als globale Gesellschaft haben wir mehr Produktionskapazitäten für Autos, Flugzeuge und Häuser aufgebaut, als wir benutzen können. Wir haben die Schuldenblase geschaffen, um den Konsum noch für fünf bis zehn Jahre zu verlängern." Kurzfristige Krisenmaßnahmen seien nicht geeignet, die Probleme zu lösen. "Wenn wir nicht vorausschauen und kein Glück haben, wird es wirklich eine schreckliche Zeit. Doch das erfordert eine langfristige Sichtweise."

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(bsc)