Fraunhofer-Institutsleiter diskutiert online über Förderung der Photovoltaik
Nachdem TR kritisch über die Förderung der Photovoltaik in Deutschland berichtet hatte, will der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme die Debatte auf heise online weiterführen.
Nachdem TR in der Ausgabe 06/08 kritisch über die Förderung der Photovoltaik in Deutschland berichtet hatte, will der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme, Professor Eicke Weber, die Debatte auf heise online weiterführen.
TR hatte unter Berufung auf eine Untersuchung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) geschrieben, die Nettokosten für alle bis einschließlich 2010 gestarteten Photovoltaik-Anlagen in Deutschland würden sich auf 60 Milliarden Euro summieren, wenn man die dann noch bis 2030 laufenden Zahlungen nach dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) berücksichtigt. Jeder deutsche Solar-Arbeitsplatz sei demnach bereits 2006 mit rund 153.000 Euro subventioniert worden.
In einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe von Technology Review (seit dem 19.6. am Kiosk oder hier online portokostenfrei zu bestellen) widerspricht Professor Eicke Weber der These, diese Förderung sei überhöht: "Inflationsbereinigt haben die Verbraucher weitgehend klaglos zirka 180 Milliarden Euro für den Steinkohlepfennig aufgewendet", schreibt Weber. "Es ist nicht einsehbar, dass wir für die beschleunigte Einführung von Photovoltaik sowie für die damit erreichte weltweite Technologieführerschaft und die neuen Arbeitsplätze besonders im 'Solar Valley' Mitteldeutschland nicht einen halb so hohen Betrag bereitstellen sollten." Der Physiker Weber, Inhaber des Lehrstuhls für Angewandte Physik/Solarenergie der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, hat zugesagt, sich an der Online-Debatte zu diesem Thema weiter zu beteiligen.
Nach einigem Streit im Vorfeld hatte die Regierungskoalition Anfang Juni eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes verabschiedet. Demnach sinkt die über 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung für Photovoltaik-Strom in den Jahren 2009 und 2010 um 8 Prozent, ab 2011 dann um 9 Prozent. Sollte der Zubau an neuen Anlagen bestimmte Schwellenwerte überschreiten, sinkt die Vergütung im Folgejahr um einen weiteren Prozentpunkt, ist der Zubau zu gering, wird sie um einen Prozentpunkt erhöht. (wst)