Pentagon will Radiosender und Websites der Taliban stören
Nach Ansicht des Pentagon haben die Taliban in Afghanistan und Pakistan im Informationskrieg bislang die Oberhand.
- Florian Rötzer
Das Pentagon will die Taliban nicht nur mit Waffen bekämpfen, sondern nun auch verstärkt verhindern, dass sie Informationen oder Drohungen über Websites und Radiostationen verbreiten können.
Wie schon früher im Irak wird davon gesprochen, dass die Taliban den Informationskrieg gewinnen würden. Hinter den neuen "Psychologischen Operationen" (PsyOps) stehe General David Petraeus, der Oberkommandierende der US-Streitkräfte. Bislang wurden zahlreiche lokale Radiosender in Afghanistan vom Pentagon gestartet. Manchmal verteilte das US-Militär auch Radios, damit die Afghanen die Programme empfangen können.
Mit dem an sich geheimen Programm, von dem Informanten aus der Regierung dem Wall Street Journal berichtet haben, sollen ungenehmigte Radiosender im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan gestört und der Zugriff auf Chat-Räume und Websites blockiert werden. Die Websites würden wie früher im Irak oft Videos von Angriffen der Taliban zeigen und mit religiösen Begründungen zur Gewalt aufrufen und diese rechtfertigen.
Bislang hätten die Taliban in Afghanistan und Pakistan weitgehend frei über Radiosender und das Internet kommunizieren sowie Drohungen und Ankündigungen verbreiten können. In Pakistan, wo derzeit die Taliban an Macht und Einfluss gewinnen, würden über FM-Radiosender etwa die Namen von lokalen Polizisten, Verwaltungsangestellten und anderen Personen genannt, um sie als Todeskandidaten zu kennzeichnen. Viele der Personen, deren Namen so verbreitet worden sind, seien später getötet worden. (fr)