Geteiltes Nanotech-Labor

Die ETH und das IBM-Forschungslabor Zürich wollen ein gemeinsames Forschungszentrum für Nanotechnologie bauen. Patente, die aus der gemeinsamen Forschungsarbeit resultieren, können von sowohl von der ETH als auch von IBM verwendet werden.

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Die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) und das IBM-Forschungslabor Zürich wollen ein gemeinsames Forschungszentrum für Nanotechnologie bauen. Das Labor mit rund 900 Quadratmeter Reinraumfläche hat ein Investitionsvolumen von rund 90 Millionen Franken (ca. 55 Mio. Euro). März 2009 ist Baubeginn. Die Bauzeit soll zwei Jahre betragen.

Ralph Eichler, Präsident der ETH bezeichnete die Zusammenarbeit als "historischen Moment für die ETH", denn die ETH behalte dabei ihre Unabhängigkeit. Von den 900 Quadratmetern Reinraumfläche sind 268 Quadratmeter "IBM only", 258 Quadratmeter stehen ausschließlich der ETH zur Verfügung. Zusätzlich gibt es einen "Shared Space" von 400 Quadratmetern. Beide Seiten können jeweils separat mit eigenen Partnern zusammenarbeiten. Patente, die aus der gemeinsamen Forschungsarbeit im "Shared Space" resultieren, können von sowohl von der ETH als auch von IBM verwendet werden.

Erst vor fünf Jahren hatte die ETH 860 Quadratmeter Reinraum für die Nano-Forschung eingerichtet. "Wir haben gedacht, dass reicht für die nächsten zehn Jahre. Aber jetzt haben wir eine Warteliste, auf der zum Beispiel auch Biologen stehen", sagte Peter Chen, Vizepräsident für Forschung der ETH Zürich. "Vor fünf Jahren hätten wir nicht erwartet, dass Biologen im Reinraum arbeiten wollen."

Der Hightech-Neubau – die Laborräume sind abgeschirmt gegen Vibrationen, Temperaturschwankungen und elektromagentische Felder – soll auf dem Gelände des IBM-Forschungslabors in Rüschlikon entstehen. Die Kosten für die technische Infrastruktur (rund 30 Mio. Franken) und die Betriebskosten teilen sich die Partner. IBM übernimmt die Gebäudekosten. In dem Zentrum soll es unter anderem gemeinsame Forschungsprojekte zu kohlenstoffbasierten Materialien, Nano-Optik, Spintronik und der Charakterisierung und Integration von Nanodrähten geben. (wst)